"Dieser Beruf wird deinen Horizont erweitern."

Gabi Brauhardt (Ausbildungsbeauftragte der Evangelischen Altenhilfe Gesundbrunnen) 



Corona stellt den Pflegebereich vor besondere Herausforderungen. Die Arbeit mit Risikogruppen, umfangreiche Schutz- und Hygienemaßnahmen sowie eingeschränkte Kontaktmöglichkeiten für pflegebedürftige Menschen gehören derzeit zum Alltag. Was heißt das für die Pflegeausbildung?

Wir haben mit Gabi Brauhardt, Ausbildungsbeauftragte der Evangelischen Altenhilfe Gesundbrunnen in Hofgeismar, über ihren Alltag in Zeiten von Corona gesprochen.

Liebe Frau Brauhardt, inwiefern hat sich die Pflegeausbildung in Ihrer Einrichtung durch Corona verändert?

Der Standort Hofgeismar ist von Corona noch nicht betroffen. So konnten die Praxiseinsätze wie geplant in den Einrichtungen stattfinden und die Aufgabenbereiche haben sich nicht verändert. Nur der theoretische Unterricht findet zu Hause statt. Die Pflegeschule stellt den Auszubildenden Aufgaben zur Verfügung, die dann schriftl. beantwortet und von der Pflegeschule ausgewertet werden.

Was ist derzeit Ihre wichtigste Aufgabe als Praxisanleitung?

Trotz Corona den Alltag der Auszubildenden so normal wie möglich zu organisieren und bei Prüfungsvorbereitungen für das Examen bzw. Zwischenexamen zu unterstützen. Gerade weil die prakt. Prüfungen aufgrund von Kontaktverbot im Demoraum der Pflegeschule stattfinden sollen. Das bringt doch Unsicherheiten mit sich.

Im Fernsehen wurde von den Anstrengungen für Pflegekräfte berichtet. Wie erleben Sie die besonderen Herausforderungen für Auszubildende in Zeiten von Corona?

Die größte Herausforderung für die Auszubildenden ist die Ungewissheit, hat der Bewohner (z.B. wenn er hustet oder niest) den Corona-Virus oder nicht. Diese Ungewissheit ist belastend. Leider streitet man sich im Hintergrund über die Finanzierung der Tests, statt an alle zu denken, die an der Pflege beteiligt sind, natürlich auch Bewohner*innen und deren Angehörigen. Zusätzlich ist durch die Maskenpflicht die Versorgung der Bewohner*innen erschwert, denn man ist schneller außer Atem.

Was tun Sie in Ihrer Einrichtung, um Azubis vor einer möglichen Ansteckung zu schützen?

Unser Krisenstab stellt das Grundgerüst zur Verfügung in Form von angepassten Hygiene- und Schutzkonzepten, Desinfektionsplänen, Informationen zu verschiedenen Arten und zur Nutzung von Schutzmasken, mit Hinweisen zum Tragen und hygienischem Aufsetzen/Abnehmen, Besuchsregeln usw. Diese liegen in den Dienstzimmern aus und werden kommuniziert. Zusätzlich wird ausreichend Schutzausrüstung zur Verfügung gestellt. Wenn die Auszubildenden an ihre Belastungsgrenze kommen, wird versucht Entlastung durch einen zusätzlichen freien Tag zu schaffen. Sehr oft hilft aber auch schon ein offenes Ohr und ein Gespräch.

Was möchten Sie jungen Menschen mitgeben, die noch etwas unentschlossen sind, ob Pflege der richtige Beruf für sie ist?

Traut Euch! Es ist ein Beruf, der so vielseitig, verantwortungsvoll, anspruchsvoll, kompetenzfördernd ist und im Anschluss viele Karrieremöglichkeiten bietet. Dieser Beruf kann und wird deinen Horizont erweitern. 

Alle Infos rund um die Ausbildung zur/zum Pflegefachfrau*mann gibt es auf unserem Infoportal www.mit-dir.info