Alzheimer und Demenz

"Erinnerung ist der Klebstoff, der unser Leben zusammenhält", sagt der amerikanische Neurowissenschaftler und Nobelpreisträger Eric Kandel

Wer bin ich, wenn ich im Alter meinen Verstand verliere? Was wird dann aus mir? Diese Frage stellen sich heute viele Menschen, denn Demenz gilt als eine Art stiller Epidemie und kann jeden treffen. Sie tritt in vielen Formen auf, die bekannteste und häufigste ist die Alzheimererkrankung.

Demenz als chronisch fortschreitende Gehirnerkrankung zeigt sich am Anfang meist durch Störungen des Kurzzeitgedächtnisses und der Merkfähigkeit -  Phänomene, die auch mit dem „normalen“ Altern einhergehen können. Allerdings treten im Verlauf zunehmend weitere Störungen der sog. höheren Hirnfunktionen auf, z. B. Denkstörungen, Orientierungsstörungen, Sprachstörungen, hinzukommen können Veränderungen im Sozialverhalten und der Persönlichkeit. Auch der Zugriff auf das Langzeitgedächtnis verschlechtert sich im Krankheitsverlauf erheblich mit der Konsequenz, dass die Identität zu verschwinden scheint. 

Der größte Risikofaktor für eine Demenz, ist das (hohe) Alter. Die aktuell geschätzte Zahl für Deutschland von 1,6 Mio. Demenzkranken zeigt, dass Demenz zum Leben im Alter gehört, vielleicht auch als Preis für ein hohes Alter. Demenz tritt deshalb häufiger bei Frauen auf, denn sie erreichen ein höheres Lebensalter als Männer. Und weil Demenz absehbar nicht heilbar ist, muss die Gesellschaft lernen, mit Menschen mit Demenz in allen Stadien ihrer Erkrankung zu leben und sie mit Fantasie und Kreativität zu unterstützen. Viele Beispiele auch aus unserer diakonischen Praxis zeigen, dass Menschen mit Demenz lange ein weitgehend selbstbestimmtes zufriedenes Leben führen können. Wichtig ist es, Familienmitglieder, Freunde und Nachbarn von Menschen mit Demenz, die für deren Wohlergehen Sorge tragen, frühzeitig zu unterstützen.

Die Diakonie Hessen und ihre Mitglieder bieten an vielen Standorten Beratung, Hilfe und Entlastung für betroffene Menschen und ihre Familien an mit dem Ziel, ein demenzfreundliches soziales Umfeld zu entwickeln. 

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