Schwangerenberatung vor, während und nach vorgeburtlichen Untersuchungen

Pränataldiagnostik - Wie die Schwangerenberatung unterstützt

Vor, während und nach vorgeburtlichen Untersuchungen können sich die Frauen mit ihrem Partner an die Schwangerenberatungsstellen der Diakonie Hessen wenden. Die werdenden Eltern befinden sich auf dem aufregenden Weg Eltern zu werden. Die Schwangerschaft ist gewünscht, herbeigesehnt und in einigen Fällen durch moderne Reproduktionsmedizin herbei geführt.

Die Pränataldiagnostik wie auch die Kinderwunschberatung sind Teil der modernen Schwangerenvorsorge und der Schwangerenberatung. Sie werden sich mit dem medizinischen Fortschritt weiterentwickeln. Es ist wichtig, hierbei die psychosozialen und ethischen Anliegen der Eltern im Blick zu behalten und diesen in der Beratung einen Platz zu geben. Fragen wie „Welche Untersuchungen sind notwendig? Was will ich wissen? Was nicht? Wie entscheide ich mich? Welche Konsequenzen hat meine Entscheidung? sind eingebettet zwischen moderner Diagnostik und der persönlichen Situation der Betroffenen. 

Vorgeburtliche Untersuchungen

In der Schwangerenvorsorge ist die Pränataldiagnostik für bestimmte Risikogruppen von schwangeren Frauen Standard. Die Tendenz, dass normale Schwangerschaften zu Risikoschwangerschaften erklärt werden, ist steigend. Einige Vorsorgeleistungen sind bereits Krankenkassenleistung, andere werden in Zukunft noch in den Leistungskatalog aufgenommen.

Die Pränataldiagnostik kann bei den schwangeren Frauen entlastend wirken. Denn in den meisten Fällen werden die Zweifel und Ängste bezüglich der Gesundheit des Kindes durch das Untersuchungsergebnis beseitigt. Allerdings werden in 4 bis 5 Prozent der Schwangerschaften bei den Untersuchungen Auffälligkeiten beim Kind entdeckt und weitere feindiagnostische Untersuchungen bei einem Pränataldiagnostiker vom Frauenarzt empfohlen.

Den Druck rausnehmen

Wenn es zu Auffälligkeiten beim ungeborenen Kind kommt, lastet auf der Frau ein massiver Entscheidungsdruck. Sie muss für sich entscheiden, ob sie weitere Untersuchungen machen lässt. Entweder will sie von ihrem Recht auf Nichtwissen Gebrauch machen und setzt sich damit möglicherweise dem Unverständnis und Vorwürfen ihres Partners, ihrer Umgebung und des Frauenarztes aus. Oder sie nimmt das Risiko einer Behinderung des Kindes in Kauf.

Zeit des Wartens und Bangens

Wenn sie sich für weitere Untersuchungen entscheidet, beginnt für die Frau und deren Partner eine Zeit des Wartens und Bangens. Diese Wartezeit zwischen den Untersuchungen und dem Ergebnis ist durch Angst, Verunsicherung, Verzweiflung, Trauer aber auch von Hoffnung auf einen guten Ausgang geprägt.

Zeit nehmen und verstehen

Die Paare kommen mit dem Anliegen, die Ergebnisse der Untersuchungen zu verstehen und über die weiteren Optionen nachzudenken. Die Paare befinden sich in einem emotionalen Ausnahmezustand. In dieser Situation benötigen sie jemanden der für sie da ist, sich Zeit nimmt und mit Ihnen das „Unerträgliche“ aushält und die nächsten Schritte bespricht. In dieser schweren emotionalen Zeit der Entscheidungsfindung beraten und begleiten wir die Paare eine verantwortungsvolle, tragfähige Entscheidung für ihr weiteres Leben zu finden.

Orientierung in einer emotionalen Zeit

Die weitere Beratung orientiert sich an der Entscheidung der Frau. Hat sie sich für das Austragen der Schwangerschaft entschieden, beraten wir bei der Vorbereitung auf das Leben mit einem kranken / behinderten Kind.

Im Falle eines nicht lebensfähigen Kindes begleiten wir die Elternpaare auf ihrem Weg des Abschieds. Wir unterstützen sie in der Auseinandersetzung mit ihrem Konflikt, ihren Ambivalenzen, ihren Ängsten, den Gewissenskonflikten und Schuldgefühlen.

Schwangeren- und Schwangerenkonfliktberatungsstellen in der Diakonie Hessen

Vor, während und nach einer Schwangerschaft bieten die 41 Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen der Diakonie Hessen kostenlose Beratung an. Mit Erfahrung, Empathie und Fachkompetenz beraten wir Frauen, Männer und Familien in allen Fragen rund um die Schwangerschaft, Geburt, Familien- und Lebensplanung und das Leben mit dem Neugeborenen. Im Schwangerschaftskonflikt begleiten wir Frauen und Paare auf der Basis unseres christlichen Glaubens in diesem Prozess, eine für ihr Leben tragfähige und verantwortliche Entscheidung zu treffen. Daneben bieten wir eine psychosoziale Beratung im Rahmen der Pränataldiagnostik und des Kinderwunsches an. In unseren Beratungsstellen können Frauen und Paare frei von häuslichem und gesellschaftlichem Druck ihren eigenen Weg finden. Die Beratung ist ergebnisoffen. Sie basiert auf Vertraulichkeit und ist auf Wunsch anonym.

Übersicht der Schwangeren- und Schwangerenkonfliktberatungsstellen

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