„Wir wollen eine tolle, gemeinsame Zeit haben.“

Doro im Museum für Kommunikation, das sie schon oft mi ihrem Mentee Isabella* besucht hat. Foto: Rolf Oeser 

Heiße Schokolade trinken, ins Museum gehen und jede Menge Spaß haben – so sieht das freiwillige Engagement von Doro Strzalka meistens aus. Die 29-jährige ist Patin eines neunjährigen Mädchens, das von Südamerika nach Deutschland kam. Doro unterstützt mit ihrer Zeit das Projekt „Gib einem Kind deine Hand“ des Vereins FIM – Frauenrecht ist Menschenrecht. Die Frankfurterin ist nicht nur jünger als die meisten anderen Pat*innen, sondern sogar vom „Fach“: Doro ist ausgebildete Erzieherin und hat Soziale Arbeit studiert. Sie weiß, dass man als sogenannte Mentorin nicht nur viel Zeit mitbringen muss, sondern auch ein gehöriges Maß an Geduld und Toleranz gegenüber anderen Menschen und ihren Lebensweisen.

„Als gelernte Erzieherin wollte ich die Erfahrung sammeln, wie es ist, sich auf ein Kind etwas mehr einzulassen als es im Kindergarten oder Hort mit den großen Gruppen möglich ist. Isabella* begleite ich seit ihrem Wechsel nach Deutschland vor drei Jahren. Sie konnte kaum Deutsch und war mit ihrer Familie gerade erst in Frankfurt angekommen. Zu den Eltern habe ich wenig Kontakt, lediglich um die Treffen abzusprechen. Aber ich spüre bei der Mutter eine große Dankbarkeit mir gegenüber. Am Anfang haben wir uns fast jede Woche für mehrere Stunden getroffen. Zunächst habe ich mit Isabella ihren Stadtteil erkundet, wir sind zusammen essen gegangen oder saßen im Café bei einer heißen Schokolade und haben Spiele gespielt. Auf Isabellas Wunsch hin, haben wir angefangen in Museen zu gehen. Ich versuche, ihr mit unseren Ausflügen Frankfurt und unsere Kultur näher zu bringen. Vor allem wollen wir aber auch einfach eine tolle gemeinsame Zeit haben.

Mittlerweile sind die Treffen mit Isabella seltener geworden. Sie hat sich gut eingelebt und trifft sich lieber mit Freunden oder macht Sport. Das freut mich sehr für sie. Sie ist ein Stückchen mehr angekommen, ob in der Schule, in Deutschland oder in Frankfurt. Schließlich war dies auch mein Auftrag: Isabella bei ihrer Integration zu unterstützen. Ich hoffe trotzdem, dass wir uns auch weiterhin regelmäßig sehen. Wir haben noch viel zusammen zu entdecken. Aber ich nehme es, wie es kommt. Wenn sich die Beziehung später auseinanderentwickelt, dann haben wir einfach nur einen schönen Lebensabschnitt miteinander verbracht. Im Kontakt mit Isabella habe ich viel dazu gelernt. Sie ist ein großartiges neugieriges Mädchen, das mich immer wieder überrascht. Das Engagement hat für uns beide Früchte getragen. Wir haben gelernt, uns neuen Themen zu öffnen. Wir wissen nun etwa, wie wir uns im Restaurant verhalten und wie wichtig es ist, das Tempo aus dem Alltag und wirklich Zeit füreinander zu nehmen. Davon kann sich jeder Erwachsene eine Scheibe abschneiden. Ich danke FIM für diese Möglichkeit.“

*Name von der Redaktion geändert

Sie möchten auch Mentor*in werden? Dann informieren Sie sich "Gib einem Kind Deine Hand - FIM e.V".