Mit neuen Strukturen Heimat und Sozialraum verbinden

Lebensraum Kopfsteinpflaster, Jugendwerkstätten Odenwald e. V.

Das Projekt „Lebensraum Kopfsteinpflaster – wenn Unterschiedlichkeit verbindet“ organisiert der Verein Jugendwerkstätten Odenwald. Die übergeordnete Idee ist, den Heimatbegriff mit der Realität im Sozialraum zu verbinden. Das Ziel, die Bewohner*innen des Stadtteils Neustadt in der kleinen Stadt Breuberg im Odenwald zu aktivieren und miteinzubinden, um ihn weiter zu entwickeln und damit die Lebenssituation aller zu verbessern. Ein besonderes Augenmerk liegt bei den Kindern. Es sollen ganz gezielt selbsttragende und nachhaltige Strukturen aufgebaut werden, die auf die bestehenden Ressourcen des Sozialraums in Neustadt zurückgreifen. Für das Projekt Kopfsteinpflaster gestalten die Organisatoren einen Wochenplan, der zwei Strategien verfolgt: Zum einen gibt es die systematische Arbeit mit den Familien, um die Verhältnisse zu Hause zu stabilisieren. Das sind Dinge wie Unterstützung und Begleitung bei Anträgen von Behörden etwa bei den Themen Kinder-, Elterngeld, Arbeitslosenunterstützung, Krankenkassen, Ärzten, Schule oder Probleme mit dem Arbeitgeber. Das Angebot nehmen vorrangig Familien aus Südeuropa in Anspruch. Der zweite Teil spielt sich in Muttis Sprachcafé ab. Dort können sich Frauen und insbesondere junge Mütter austauschen und an einer ersten Sprachförderung teilnehmen. Sie erhalten Tipps und Infos über Haushaltsführung, Ernährung, Einkaufsmöglichkeiten und Gesundheit.

Das zweite Teilprojekt wendet sich an Kinder und Jugendliche. Es gibt ein offenes Angebot für Hausaufgaben, dass sich explizit an alle richtet. Es soll den interkulturellen Austausch der Schülerinnen und Schüler fördern. Die Organisation und Planung erfolgt zusammen mit der örtlichen Grund- und Gesamtschule. Defizite in der deutschen Sprache werden von zwei ehrenamtlich tätigen Seniorinnen aufgefangen, die mit den Grundschülern rechnen und lesen. In einer Spielstunde lernen die Kinder bei Gesellschaftsspielen, mit der Murmelbahn oder beim Basteln mit Holz und Werkzeug auch soziale Kompetenzen wie Toleranz und Respekt. Zusätzlich zum Wochenplan organisieren die Jugendwerkstätten mehrere kleinere Projekte zu den Themen Kultur und Freizeit, etwa Planing for Real, in denen Jugendliche, Erwachsene und Senior*innen gemeinsam an Holzmodellen arbeiten. Beim Werkeln tauschen sich die Teilnehmer aus, sprechen miteinander und lernen voreinander.