März 2020

Epilepsie verstehen – Ausgrenzung vermeiden

Diakonisches Werk Hochtaunus: Kinder und Jugendliche mit Epilepsien in Kindertagesstätten und Schulen


Kaum eine Erkrankung ist mit so vielen Vorurteilen und Stigmatisierungen verbunden wie die “Epilepsie“, häufig mit dramatischen Konsequenzen für die Betroffenen und ihre Familien. Die Eltern von Kindern und Jugendlichen mit Epilepsien berichten häufig über Probleme in der Kindertagestätte oder der Schule. Der Übergang von der Schule in die Ausbildung und den späteren Beruf ist immer mit einer individuellen Gefährdungsanalyse verbunden und oft kann der Wunschberuf aufgrund der Erkrankung nicht ergriffen werden. Auch erleben wir häufig in der Beratung, dass Betroffene ihren Freizeitaktivitäten nicht mehr nachgehen können bzw. wollen und sich infolge dessen aus ihrem sozialen Umfeld zurückziehen.

Die Epilepsieberatungsstelle des Diakonischen Werks in Bad Homburg steht den Betroffenen und ihren Familien mit Rat und Tat zur Verfügung und versucht im persönlichen Dialog gemeinsam eine Verbesserung der Lebenssituation zu erreichen. Schwerpunkt der Arbeit im vergangenen Jahr war die Fort- und Weiterbildung der Erzieher*innen und Lehrer*innen in den Kindertagesstätten und Schulen in der Rhein-Main-Region im Rahmen des von der Aktion Mensch e.V. unterstützten Projekts „Epilepsie verstehen – Ausgrenzung vermeiden“.

Im Rahmen des Projekts wurden 2019, neben den 66 Einzelberatungen Erwachsener, 33 Familien mit einem erkrankten Kind beraten und begleitet. In Fort- und Weiterbildungen zum Thema „Kinder und Jugendliche mit Epilepsien in Kindertagesstätten und Schulen“, wurden in der Rhein-Main-Region 34 Veranstaltungen angeboten und dabei haben wir 668 Erzieher*innen, Lehrer*innen, Betroffene, Angehörige und Interessierte erreicht. Insgesamt konnten wir feststellen, dass das Fortbildungsangebot gut angenommen wurde und wir in diesem Jahr mit weiteren Anfragen aus den Kindertagesstätten und Schulen rechnen.

Obwohl sich die meisten epilepsiekranken Kinder und Jugendlichen altersgerecht entwickeln und eine Regelkindertagesstätte oder eine Regelschule besuchen können, fühlt sich das Betreuungs- und Lehrpersonal in den Einrichtungen oft unsicher im Umgang mit einem anfallskranken Kind. Daher ist es sehr wichtig, dass sich die Bezugspersonen mit dem individuellen Krankheitsbild vertraut machen. Wer Grundkenntnisse über die häufigsten Anfallsarten und die dafür notwendigen Hilfs- und Betreuungsmaßnahmen erwirbt und sich mit der individuellen Anfallssituation der zu betreuenden Person vertraut macht, ist am besten auf ein angemessenes Helfen bei einem Anfall in der Kindertagesstätte, der Schule oder im Ausbildungsbetrieb vorbereitet.

verantwortlich: Bernhard Brunst, Diakonisches Werk Hochtaunus

Kontakt 

Bernhard Brunst                                                                      
Epilepsieberatungsstelle
Diakonisches Werk Hochtaunus
Heuchelheimer Strasse 20
61348 Bad Homburg
Telefon: 06172-597660
Mail: bernhard.brunst(at)diakonie-htk.de