März 2018

Ausstellung „Kunst trotz(t) Ausgrenzung“ mit Konzert in Kassel beendet

Ausstellung und Finissage setzen Zeichen gegen undemokratische Strömungen in unserer Gesellschaft


Konzert zur Finissage der Ausstellung
 

Konzert zur Finissage der Ausstellung

Der Pianist Aeham Ahmad aus Yarmuk
 

Der Pianist Aeham Ahmad aus Yarmuk

 

Horst Rühl bei seiner Begrüßung
 

Horst Rühl bei seiner Begrüßung

Andreas Lipsch und Georg Friedrich Wolf im Gespräch mit Aeham Ahmad
 

Andreas Lipsch und Georg Friedrich Wolf im Gespräch mit Aeham Ahmad

Mit einem Konzert des syrischen Pianisten Aeham Ahmad endete am Sonntag (04. März 2018) die Ausstellung „Kunst trotz(t) Ausgrenzung“ in der documenta-Halle in Kassel. Die Ausstellung präsentierte einen Monat lang Werke von Künstler*innen unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft zum Thema Ausgrenzung. „Mit dem Ende der Ausstellung ist das Thema Ausgrenzung für uns noch lange nicht erledigt“, sagte Horst Rühl, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen, in seinem Rückblick. „Wer andere ausgrenzt oder sich selbst als exklusiv empfindet, entzieht sich der Solidarität in unserer Gesellschaft. Menschen, die sich so verhalten, handeln undemokratisch und unchristlich!“

Gesprächskonzert Aeham Ahmad: Kunst baut Brücken

Zum Abschluss der Ausstellung gab der syrische Pianist Aeham Ahmad ein Konzert und regte das gesamte Publikum zum Mitsingen an. Erste Bekanntheit erreichte er als der „Pianist in den Trümmern“, der im bombardierten Flüchtlingslager Yarmuk in Damaskus gemeinsam mit Kindern musizierte. Nachdem Kämpfer des Islamischen Staates sein Klavier verbrannten, floh er nach Deutschland. Inzwischen lebt er mit seiner Familie in Wiesbaden und gibt bundesweit Konzerte. Andreas Lipsch, der Fluchtexperte der Diakonie Hessen, baute zusammen mit dem ausstellenden Künstler Georg-Friedrich Wolf mit Textbeiträgen eine Brücke zwischen der Musik und den Kunstwerken. Wolf hat bei der Erarbeitung seiner Kunstwerke geflohene Menschen beteiligt. „Das Gespräch miteinander und beide Kunstformen erreichten die Herzen der Zuhörenden und ließen die Menschen in den Mittelpunkt rücken“, sagte Rühl abschließend.

Die Ausstellung

Die Ausstellung „Kunst trotz(t) Ausgrenzung“ wurde im Auftrag des Diakonie Bundesverbandes von Andreas Pitz kuratiert. Über 2.500 Besucherinnen und Besucher sahen sie in den letzten vier Wochen.
Die Ausstellung ist Teil des Projektes zur Demokratieförderung der Diakonie Deutschland. Sie erteilt eine künstlerische Absage an Fremdenfeindlichkeit und Rechtspopulismus. Vielmehr stellt sie die Würde aller Menschen in den Mittelpunkt. Denn an der Wanderausstellung „Kunst trotz(t) Ausgrenzung“ beteiligen sich Künstlerinnen und Künstler unterschiedlicher ethnischer, sozialer und kultureller Herkunft. Gemeinsam fordern sie dazu heraus, sich mit der Gestaltung einer offenen, vielfältigen und inklusiven Gesellschaft auseinanderzusetzen.
Die Ausstellung wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Voraussichtlich ab August wird die Wanderausstellung in Braunschweig zu sehen sein. Weitere geplante Ausstellungsorte sind u.a. Leipzig und Stuttgart.

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