September 2018

Hessische Landesregierung fördert neues Modellprojekt für hochbetagte Menschen: „AGIL – aktiv geht`s immer leichter“

Hessischer Gesundheitsminister Stefan Grüttner: „Entsprechend gestaltete Bewegungsangebote können kurzfristig bereits zu deutlichen gesundheitlichen Verbesserungen führen und der Pflegebedürftigkeit entgegenwirken.“


Wiesbaden. Anlässlich des Welt-Alzheimertags am Freitag hat Hessens Gesundheitsminister Stefan Grüttner auf ein neues Bewegungsprojekt zur Gesundheitsförderung von Menschen im hohen Alter hingewiesen. Nachdem das Bewegungsprojekt „moment!“, das sich speziell an Menschen mit Demenz richtet, mittlerweile in vielen Teilen Hessens bei Sportvereinen und Pflegeorganisationen etabliert ist, legt die Hessische Landesregierung gemeinsam mit dem Landessportbund und der Diakonie Hessen das Projekt AGIL auf. „AGIL richtet sich an Angehörige und Betreuer von hochaltrigen Menschen, die trotz Pflege- oder Unterstützungsbedarf noch in ihrem eigenen Zuhause leben und dort versorgt werden“, erklärte der Minister heute in Wiesbaden. Hochaltrige Menschen, d. h. Menschen, die über 80 Jahre alt sind, gehören gegenwärtig zur am stärksten wachsenden Altersgruppe in Deutschland. Das Modellprojekt wird in den Landkreisen Vogelsberg- und Odenwaldkreis sowie im Stadt- und Landkreis Offenbach durchgeführt.

AGIL basiert auf Überlegungen aus dem 4. Demografiebericht der Hessischen Landesregierung zum Thema „Älter werdende Gesellschaft“. Menschen im hohen Alter haben ein stark erhöhtes Risiko, pflegebedürftig zu werden und scheinen dem sich in der Folge stetig erhöhenden Hilfe- und Pflegebedarf wenig entgegensetzen zu können. „Studien zeigen, dass dieser Verlauf verzögert, unterbrochen oder gestoppt werden kann“, so Minister Grüttner. „Entsprechend gestaltete Bewegungsangebote können sogar bei Ungeübten sehr kurzfristig bereits zu deutlichen gesundheitlichen Verbesserungen führen und der Pflegebedürftigkeit entgegenwirken.“ Allerdings fehlt alten Menschen, deren Mobilität so stark eingeschränkt ist, dass sie sich überwiegend in ihrem Zuhause aufhalten, meist der Anreiz und die Motivation, sich mehr zu bewegen.

Kostenlose Fortbildung zur Bewegungsförderung von hochaltrigen Menschen

Hier setzt das neue Modellprojekt AGIL an und bietet ehrenamtlich Engagierten, Übungsleitern und Akteuren aus Sport und Bewegung, Aktiven aus Kirchen- und Moscheegemeinden, Betreuungskräften, Angehörigen und allen Interessierten eine kostenlose Fortbildung zur gezielten individuellen Bewegungsförderung von hochaltrigen Menschen in deren Zuhause. Durch Maßnahmen der Kurzaktivierung für Körper und Geist soll Gesundheitsförderung im Alltagsleben verankert werden. Hierzu werden Übungskarten und ein Handbuch mit Erläuterungen entwickelt. Die Übungen können von Betreuungskräften, freiwillig Engagierten oder Angehörigen einfach und schnell angeleitet und durchgeführt werden. Die kostenfreie eintägige bzw. 1,5-tägige Qualifizierungsmaßnahme wird in jeder Region zweimal pro Jahr angeboten. Das Land unterstützt die Fortbildungsmaßnahmen mit insgesamt 430.000 Euro für drei Jahre.

Für Demenzerkrankte und ihre Angehörigen bietet Hessen mit dem Demenz-Atlas eine weitere Hilfe zur Bewältigung des Alltags. „Wenn das Erinnerungsvermögen nachlässt, ist die Verunsicherung groß“, sagte der Minister. „Der Demenz-Atlas, eine Online-Datenbank bietet übersichtliche Orientierung über wohnortnahe Unterstützungsangebote.“

Bestehende Versorgungsstrukturen für Demenzerkrankte

Das Online-Portal www.demenzatlas-hessen.de stellt hessenweit Transparenz über bestehende Versorgungsstrukturen für Demenzerkrankte und ihre Angehörigen her und wird vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration sowie von den Pflegekassen finanziert.

Weitere Infos rund um Demenz und Alzheimer


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2018 09 20 Projekt AGIL452 K