Oktober 2019

Hessischer Elisabeth Preis für SOZIALES 2020 startet

Bewerben können sich Projekte zum Thema Einsamkeit


Alle Menschen haben ein unterschiedlich ausgeprägtes Bedürfnis nach sozialen Kontakten. Soziale Beziehungen und Integration sind wichtig für das persönliche Wohlbefinden, für die Persönlichkeitsentwicklung und für die Gesundheit. Wenn verlässliche Kontakte zu vertrauten Personen schmerzhaft fehlen, spricht man von emotionaler Einsamkeit, wenn hingegen die Verwurzelung im gesellschaftlichen Umfeld als mangelhaft angesehen wird, spricht man von sozialer Einsamkeit.
Jüngere Studien gehen davon aus, dass die Anzahl einsamer Menschen in Deutschland steigt. Insbesondere bei älteren Menschen ist das Risiko hoch, dass Vereinsamung entsteht. Männer sind häufiger von Einsamkeit betroffen als Frauen, jedoch fühlen sich Frauen häufiger einsam.

Thema „Einsamkeit – Mittendrin, nicht außen vor“

Liga Hessen Vorstandsvorsitzender, Nils Möller: „Wir möchten deshalb Projekte unterstützen, die Menschen Brücken in die Gesellschaft bauen. Sie sollen sich weniger ausgeschlossen fühlen, sich wieder als Teil einer Gruppe wahrnehmen, geschätzt werden und Anerkennung sowie Unterstützung erfahren.“ Damit will die Liga Hessen ein bisher weniger beachtetes Thema mehr in die Öffentlichkeit rücken, das gesellschaftlich immer bedeutsamer wird.

Ab sofort bis 31. Januar 2020 können sich Organisationen und Projekte online für den Preis bewerben, die mindestens eins der folgenden Ziele verfolgen:

  • Förderung der öffentlichen Wahrnehmung von sozialer Isolation
  • Verbesserung der Lebenslage von Menschen, die einsam sind
  • Stärkung der Selbsthilfe, des freiwilligen Engagements, bzw. des Dialogs zwischen Betroffenen, gesellschaftlichen Gruppen, Politik und Verwaltung
  • Entwicklung von Maßnahmen zur Prävention von Vereinsamung und sozialer Isolation

Bewerben können sich Einzelpersonen, ehrenamtliche Initiativen, Vereine, Verbände, Organisationen des Kultur-, Gesundheits- und Sozialwesens, Kommunen und Schulen, deren Projekt in Hessen mindestens sechs Monate vor Beginn der Bewerbungsfrist gestartet bzw. realisiert wurde. Inhaltlich sollen sie sich mit Ideen und Angeboten auseinandersetzen, um Menschen, die sich einsam fühlen oder sozial isoliert sind, wieder in die Gesellschaft zu integrieren oder sie vor Vereinsamung zu schützen.

Mit dem Elisabeth Preis für SOZIALES zeichnet die Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen e. V. jedes Jahr Organisationen und Personen aus, die mit ihren Projekten besonderes soziales Engagement zeigen oder zukunftsweisende Ansätze in der sozialen Arbeit verfolgen. Sie sollen Menschen helfen, in schwierigen Lebenslagen wieder soziale Kontakte zu knüpfen.

Die Liga Hessen vergibt den Preis in Kooperation mit LOTTO Hessen und mit Unterstützung der Hessischen Landesregierung. Das Preisgeld in Höhe von 30.000 Euro wird an die Preisträger*innen verteilt. Die offizielle Preisverleihung erfolgt im Sommer 2020 in Wiesbaden.

Informationen zum Preis und zum Bewerbungsverfahren:
www.hessischer-elisabethpreis.de

Bewerbungen müssen per E-Mail erfolgen an: 
bewerbung(at)hessischer-elisabethpreis.de

Informationen über die Liga der Freien Wohlfahrtspflege Hessen e. V.:
www.liga-hessen.de


Hintergrund

Nach Angaben der Bundesregierung stieg bei den 45- bis 84-Jährigen die Quote derer, die sich einsam fühlen, in den vergangenen Jahren deutlich an: um rund 15 Prozent im Zeitraum von 2011 bis 2017. In einzelnen Altersgruppen liegt die Steigerung sogar bei 59 Prozent. Besonders ältere Menschen sorgen sich zunehmend vor dem Alleinsein. Das ergab eine Studie des Deutschen Zentrums für Altersfragen (Deutscher Alterssurvey).

Das Gefühl von Einsamkeit wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus und bedeutet für die betroffenen Menschen, sich isoliert und nicht zugehörig zu fühlen. Positive Faktoren, die Einsamkeitsempfinden entgegenwirken, sind z.B. die Einbindung in familiäre und freundschaftliche Netzwerke mit guter Beziehungsqualität, die Fähigkeit aktiv Kontakte zu knüpfen, Mobilität, eine gesicherte finanzielle Situation, Offenheit für Veränderungen in Lebensumständen und Vertrauen in soziale Bindungen.

Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen e. V. ist der Zusammenschluss der sechs hessischen Wohlfahrtsverbände. Sie vertritt die Interessen der hilfebedürftigen und benachteiligten Menschen gegenüber der Politik ebenso, wie die Interessen ihrer Mitgliedsverbände. Mit ca. 7.300 Einrichtungen und Diensten sind die Mitgliedsverbände ein bedeutender Faktor für die Menschen, für eine soziale Infrastruktur und für die Wirtschaft in Hessen.

Nah an den Menschen und ihren Bedürfnissen wissen die rund 113.000 beruflich Beschäftigten und rund 160.000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Pflegeinrichtungen, Behinderteneinrichtungen, Werkstätten, Tagesstätten, Bildungsstätten, Beratungsstellen, in den Frühförderstellen, ambulanten Diensten und anderen Einrichtungen um die sozialen Be-lange und die realen Rahmenbedingungen in Hessen. Diese Kenntnisse bringt die Liga in die politischen Gespräche auf Landesebene und mit Verhandlungspartnern und Kostenträgern ein.