September 2020

Katastrophale Lage duldet keinen Aufschub

Feuer in Moria: Länder und Städte können sofortige Abhilfe schaffen - In Hessen und Rheinland-Pfalz Ressourcen für die Aufnahme von Schutzsuchenden aus Lesbos


Das mit fast 13.000 Menschen völlig überfüllte Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos ist vergangene Nacht ein Großbrand ausgebrochen. Das Lager ist fast vollständig abgebrannt, die Bewohner wurden evakuiert.

Carsten Tag warnte schon im Mai vor den katastrophalen Zuständen

In einem Video-Beitrag vom Mai, das zum Start der Aktion #menschenwürdeschützen veröffentlicht wurde, sagte Carsten Tag,  Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen, bereits: "Die Situation in den Flüchtlingslagern ist katastrophal." Er forderte Deutschland dazu auf, Flüchtlinge aus den griechischen Flüchtlingslagern aufzunehmen. Nun ist es zu einem Inferno in Moria gekommen. Die Botschaft der Diakonie Hessen bleibt: In Deutschland und auch in Hessen und Rheinland-Pfalz gibt es ausreichend Ressourcen und Kompetenzen für die Aufnahme einer großen Zahl von Schutzsuchenden aus Lesbos. (Zur Pressemitteilung und Videobotschaft vom Mai

Diakonie Deutschland: Feuer in Moria sind ein Fanal der Hoffnungslosigkeit und Wut

"Das Worst-Case-Szenario ist nun eingetreten, vor dem wir seit Monaten warnen", sagt Diakonie-Präsident Ulrich Lilie in einer aktuellen Stellungnahme. "Die Feuer in Moria sind ein Fanal der Hoffnungslosigkeit und Wut, weil noch immer keine menschenwürdige Lösung gefunden wurde. Hier tragen wir, Deutschland und die EU, die Verantwortung."

Und weiter heißt es: "Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie nun ihren Ratsvorsitz in der EU ernst nimmt und die sofortige Evakuierung dieser ohnehin sehr geschwächten Menschen von den Inseln organisiert. Wir haben gezeigt, dass wir problemlos 900 Menschen aus Griechenland aufnehmen können, Länder und Städte stehen bereit und können sofortige Abhilfe schaffen. Diese katastrophale Lage duldet keinen Aufschub."

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Zum Offenen Brief verschiedener Sozialverbände an die Bundeskanzlerin vom 11. September