Januar 2017

Petition zur Umsetzung der Pflegeausbildungsreform


Die Diakonie Hessen hat schon seit Jahren die sozialpolitische Forderung erhoben die Pflegeausbildung zu reformieren und den gesellschaftlichen Veränderungen anzupassen. Leider droht nun das Gesetz zur generalistischen Pflegeausbildung zu scheitern.

Daher begrüßt die Diakonie Hessen die Petition an u. a. Herrn Bundesminister für Gesundheit, Herrn Hermann Gröhe, so dass es doch noch zur Beschlussfassung im Bundestag kommt. 

Die Petition zur Umsetzung der Pflegeausbildungsreform kann hier unterstützt werden.

Hintergrundinformationen:

Die Differenzierung der professionellen Pflege kranker und pflegebedürftiger Menschen aller Altersgruppen in drei Grundausbildungen ist eine deutsche Besonderheit. Aufgrund der Auswirkungen der fortgeschrittenen gesellschaftlichen Veränderungsprozesse erweist sich eine solch strikte Trennung mehr und mehr als nachteilig. Der Zuwachs hochbetagter, pflegebedürftiger sowie chronisch kranker Menschen, die in Krankenhäusern zu versorgen sind und die Verlagerung von komplexen Pflegeleistungen aus dem akutstationären Krankenhausbereich in die ambulante, teilstationäre und vollstationäre Pflege machen eine Überarbeitung der bisher dem Beruf zugeschriebenen Aufgaben und Kompetenzen notwendig. Dem steigenden Bedarf an professionellen Pflegeleistungen steht die Demografie bedingte Arbeitsmarktentwicklung entgegen. Durch den Rückgang der Schulabgänger/innenzahlen müssen Pflegeberufe künftig noch stärker mit anderen Berufen in Punkto Attraktivität konkurrieren. Der ohnehin gegebene Pflegefachkraftmangel wird sich weiter verschärfen  und stellt die Pflegebranche vor große Herausforderungen. Der Gesetzesentwurf zur Reform der Pflegeberufe ist eine berufs- und bildungspolitische Strategie um auf die Zunahme pflegebedürftiger Menschen, den hohen Entwicklungsbedarf in den verchiedenen Versorgungsstrukturen sowie die angespannte Arbeitsmarkt- und Fachkraftlage zu reagieren. Damit gliedern sich die fachlichen Anforderungen nicht mehr nach Lebensphasen, sondern nach den individuellen, medizinischen und pflegerischen Bedarfen und den spezifischen Lebenssituationen.

 

Wenn die Pflegeberufsreform doch nicht käme, wäre es ein großer Imageschaden für die Pflege. Schon jetzt sind die verschiedenen Berufsbezeichnungen und die Ungewissheit bezüglich des Bestehens oder Nicht-Bestehens dieser irreführend und zeigen ein uneinheitliches Bild.

Es würde auch nicht nur für die Diakonie zu finanziellen Einbußen kommen. Viele haben bereits Geld beispielsweise in die Informationsweitergabe investiert. Die Diakonie Hessen fördert insbesondere die Pflegeausbildung im ambulanten Bereich, um diesen besonders zu unterstützen. Die Förderprogramme sind aber derzeit nur auf eine gewisse Zeit angelegt, da man mit der Einführung der generalistischen Pflegeausbildung gerechnet hat.

 

Die bisherigen Berufsbilder sind auf die gegenwärtigen und perspektivischen Bedarfe nicht (mehr) ausgerichtet. Eine frühe Spezialisierung entweder auf die Pflege von Kindern und Jugendlichen, auf die Pflege von Erwachsenen oder auf die Pflege von alten Menschen ist mit vielen Einschränkungen für die spätere Berufstätigkeit der professionell Pflegenden verbunden.

 

Weitere Informationen erhalten Sie bei Bedarf von

RAin Barbara Heuerding
Abteilungsleiterin
Gesundheit, Alter und Pflege
Diakonie Hessen-
Diakonisches Werk in Hessen und Nassau und Kurhessen-Waldeck e.V.
Ederstr. 12, 60486 Frankfurt

Tel.: 069-7947 6262
Fax.: 069-7947 99 6262
barbara.heuerding@diakonie-hessen.de