September 2018

„Umdenken in der Pflegeversicherung notwendig“

Jahresempfang der Diakonie Hessen im Kloster Eberbach – Thema Pflege und Pflegeberufe im Zentrum des Festes – Vorstellung des Image-Films „Pflege tut Gut(es)“


Vorstandsvorsitzender Horst Rühl
 

Vorstandsvorsitzender Horst Rühl

Jahresempfang im Kloster Eberbach
 

Jahresempfang im Kloster Eberbach

Vorstände Wilfried Knapp, Horst Rühl, Dr. Harald Clausen
 

Vorstände Wilfried Knapp, Horst Rühl, Dr. Harald Clausen

„Pflege die Menschen heute so, wie Du selbst gerne gepflegt werden möchtest“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Hessen, Horst Rühl, auf dem Jahresempfang der Diakonie Hessen am Dienstagabend im Laiendormitorium des Klosters Eberbach. Im Zentrum des Abends stand die Frage „Welche Rahmenbedingungen brauchen wir für eine menschenwürdige, „gepflegte“ Zukunft?“. Denkanstöße gab auch die Premiere des Image-Films „Pflege tut Gut(es)“. Vor etwa 200 geladenen Gästen aus Politik, Kirche und Gesellschaft diskutierten Protagonist*innen des Films im Anschluss mit Horst Rühl über die Pflege und den Pflegeberuf.

„Seit langem setzen wir uns in der Diakonie Hessen für eine Wende in der Pflege ein. Ein grundsätzliches Umdenken in der Pflegeversicherung ist notwendig, denn das bisherige System ist nicht mehr tragfähig“, sagte Rühl. Pflegerische Leistungen sollten künftig vollfinanziert und Pflegekassen aus Steuermitteln entlastet werden. Rühl: „Pflegekräfte und pflegende Angehörige leisten einen unersetzbaren Dienst. Sie alle verdienen unseren größten Respekt.“ Diese gesellschaftliche Anerkennung fehle noch oft. „Wir sprechen uns ausdrücklich für Pflegegipfel aus, auf denen alle Beteiligten an einem Tisch sitzen und gemeinsam an einer ‚gepflegten Zukunft‘ mitwirken“, sagte Rühl abschließend. 

Film „Pflege tut Gut(es)“

Der Image-Film „Pflege tut Gut(es)“ der Diakonie Hessen, Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau sowie der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck bildet den Auftakt zu einer Reihe an Filmen über den Pflegeberuf. Zu Wort kommen zwei Auszubildende, ein Pfleger, ein stellvertretender Schulleiter und Dozent sowie eine Pflegedirektorin. Sie berichten über die Chancen und Herausforderungen ihres beruflichen Alltags und Karrieremöglichkeiten. Der Film ist abrufbar unter www.diakonie-hessen.de/aktuell/jahresempfang

Pflege in der Diakonie Hessen

Die Diakonie Hessen bietet gut 18.000 kranken und pflegebedürftigen Menschen Hilfe und Unterstützung durch ihre Mitgliedseinrichtungen an. Fast 3.900 Betten stehen in Krankenhäusern zur Verfügung, über 14.000 in der Altenpflege. Außerdem gibt es 28 Hospizdienste, in denen auch Ehrenamtliche sterbende Menschen und ihre Angehörigen stationär und in häuslicher Umgebung begleiten. Von Kassel über Marburg, Frankfurt bis hin nach Schmalkalden, Alzey und Worms widmen sich auf dem Gebiet der Evangelischen Kirchen in Hessen und Nassau sowie von Kurhessen-Waldeck 457 der insgesamt 1394 diakonischen Einrichtungen der Kranken- und Altenpflege.

Aktion „Starke Frauen in der Pflege“

In der professionellen Pflege sind zu über 85 Prozent Frauen tätig. Die Aktion „Starke Frauen in der Pflege“ möchte dazu beitragen, diese wichtige Arbeit wertzuschätzen und eine Erinnerungskultur zu etablieren. Starke Frauen der Diakonie in ambulanten Pflegediensten, (teil-) stationären Pflege- und Hospizeinrichtungen wie auch im Krankenhaus sollen öffentlich sichtbar werden und zu einem positiven Image der Pflege beitragen. Befragt wurden über 300 Mitgliedseinrichtungen der Diakonie Hessen, die in der Pflege aktiv sind. Sie konnten Kandidatinnen für die Kampagne vorschlagen. Eine Auswahlkommission hat schließlich 24 starke Frauen ausgewählt, die paarweise monatlich ab dem 8. März 2018 bis zum Tag der Frauen 2019 vorgestellt werden. Mehr Informationen gibt es unter: starke-frauen-pflege.de

Diakonie Hessen-Positionen: Unerhört. Sozial.

Mit „Unerhört. Sozial.“ hat die Diakonie Hessen im Vorfeld der Landtagswahl 2018 ihre sozialpolitischen Positionen veröffentlicht. Der Landesverband gibt Denkanstöße und stellt Fragen zur Landtagswahl. Damit sollen diejenigen zu Wort kommen, die oft unerhört bleiben, und der politische Diskurs über Gerechtigkeit und Teilhabe soll weitergeführt werden. Die Ausführungen zu den Themen „Kinder, Jugend und Familie“, „Gesellschaftliches Miteinander“ sowie „Gesundheit und Pflege“ bieten neben den Positionen und konkreten Beispielen aus dem Leben auch Fragen an die Politiker*innen. Die Broschüre „Unerhört. Sozial.“ steht unter diesem Link zum Download bereit.