Weiterbildung
Demokratielotsin / Demokratielotse
in der Diakonie Hessen

„Wir müssen über die Demokratie nicht nur reden, wir müssen wieder lernen, für sie zu streiten.“
(Bundespräsident Frank Walter Steinmeier)

Zielsetzung

Die Weiterbildung zu Demokratielots*innen findet im Rahmen des Projekts „Demokratie gewinnt! Mit der Diakonie Hessen“ statt. Die Teilnehmenden können im Verlauf der Weiterbildung ihr Wissen und ihre Handlungskompetenzen für die Extremismusprävention, zur Demokratieentwicklung in Deutschland und für die Anti-Diskriminierungsarbeit erweitern. Eine gute Kenntnis demokratischer Spielregeln ermöglicht es, diese als Konfliktbearbeitungsmechanismus auch im Alltag zu nutzen und sich für die Demokratie einzusetzen.

Ablauf und Inhalt

Die Demokratielots*innen-Ausbildung umfasst drei eintägige Grundmodule und zwei halbtägige Wahlmodule.

Grundmodule

1.Tag (Durchführung: Dr. Sybille De La Rosa und Matthias Blöser, ZGV)

a)„Zusammenhalt durch Teilhabe“: Ziele des vom Bundeministerium des Inneren geförderten Bundesprogramms
b)Warum es wichtig ist, auch in der Diakonie über unsere Demokratie nachzudenken
-Wie ist die Diakonie in unser demokratisches Gemeinwesen eingebunden?
-Wo ist die Diakonie auf die Demokratie angewiesen?
-Was trägt die Diakonie zur Unterstützung demokratischer Strukturen bei und was könnte und sollte sie darüber hinaus tun?
c)Demokratische Spielregeln in der Gesellschaft
-Welche (un)demokratischen Verfahren zur Entscheidungsfindung und
–durchsetzung gibt es in unserer Gesellschaft?
-Wie können unterschiedliche Interessen und Lebensentwürfe miteinander vereinbart werden?
-Mit welchen Mechanismen werden Menschen und ihre Interessen in unserer Gesellschaft ausgegrenzt?
-Wie können Konflikte mit demokratischen Mitteln gelöst werden?
d) Vorstellung der Aufgabe: Konzept für Mikroprojekt entwickeln
Demokratische Praktiken werden im Rahmen der Weiterbildung konkret erlebbar. Dazu erhalten die angehenden Demokratielots*innen die Möglichkeit ein kleines Demokratie-Projekt in ihrem Arbeitsumfeld auszuarbeiten und durchzuführen. Es soll als ein Lernfeld für alle Beteiligten verstanden werden und dazu ermuntern neue demokratische Praktiken auszuprobieren.

2.Tag (Durchführung: Amall Breijawi, Diversitytrainerin und Dr. Sybille De La Rosa)

a)Besprechung Zwischenstand Mikroprojekte.
b)Meinungsbildung in der Demokratie: wo beginnt sie, wie funktioniert sie?
-Mechanismen und Quellen der politischen Meinungsbildung und Urteilsfindung
-Die Bedeutung von lebendigen Diskussionen
-Argumente und Stimmen, die in den Medien so nicht zu hören sind
c) Rollenspiel angeleitet von Amall Breijawi
Das Rollenspiel macht Ausgrenzung und Diskriminierung erfahrbar und vermittelt zugleich Kenntnisse über die zugrundeliegenden Mechanismen.

3.Tag (Durchführung: Dr. Sybille De La Rosa und Sebastian Heilmann)

a)Vorstellung und Diskussion der Mikroprojekte.
b)Vorstellung des Supervisionsangebots, mit Sebastian Heilmann (Coach)
c)Gemeinsame Entwicklung / Beschreibung des Selbstverständnisses der Demokratielots*innen in der Diakonie Hessen

Wahlmodule

1.Demokratische und Diakonische Werte.
Welches Demokratieverständnis passt zur Diakonie?
Durchführung: Dr. Felix Blaser und Dr. Sybille De La Rosa
2.Wie können wir Menschen, die nicht gehört werden, zuhören und eine Stimme geben?
Zum Selbstverständnis der Diakonischen Arbeit.
Durchführung: Dr. Sybille De La Rosa
3.Verschiedene Demokratieverständnisse und die Funktionen von Verbänden.
Durchführung: Dr. Sybille De La Rosa
4.Barrierefreiheit im diakonischen Arbeitsalltag – wo gibt es bauliche, sprachliche und symbolische Barrieren?
Durchführung: Dr. Sybille De La Rosa
5.Was bedeutet es (für den Alltag in der Diakonie) wenn alle Bürger*innen gleichwertig sind? (Rassismus, Ausgrenzung, Teilhabe).
Durchführung: Amall Breijawi, Diversitsytrainerin

Die Entwicklung der Wahlmodule sehen wir als ‚Work in Progress‘: die bestehenden Module können weiterentwickelt werden und weitere Angebote können im Verlauf des Projekts entstehen.
Die Weiterbildung für Demokratielots*innen kann auch als Inhouse-Veranstaltung in Mitgliedseinrichtungen stattfinden. Dabei können die Inhalte an die Bedarfe der Einrichtung angepasst werden.

Vorläufige Termine Grundmodule

1.Modultag: 23. Januar 2019 Landesgeschäftsstelle Diakonie Hessen, Frankfurt
2.Modultag: 22. Februar 2019  Landesgeschäftsstelle Diakonie Hessen, Frankfurt
3.Modultag: 7. Mai 2019 Landesgeschäftsstelle Diakonie Hessen, Frankfurt

Termine Wahlmodule

Werden noch mitgeteilt.

Abschluss

Die Übergabe der Zertifikate erfolgt nach einer Vorstellung der Mikroprojekte in Anwesenheit der beteiligten rDW-Leitungen, Abteilungsleitungen und Vorstände.

Wirkung

•Die Mitarbeiter*innen können mit sicherem Wissen über demokratische Praktiken und gestärktem demokratischen Selbstverständnis in die Auseinandersetzung mit Politiker*innen aller Parteien gehen.
•Sie sind für Äußerungen und Ideologien, die demokratische Werte grundlegend in Frage stellen, sensibilisiert.
•Die Demokratielots*innen-Ausbildung befähigt die Teilnehmenden, Konflikte mit demokratischen Mitteln zu bearbeiten und dieses Wissen in ihren Arbeitsalltag in den verschiedenen Feldern der sozialen Arbeit einfließen zu lassen.

Teilnehmerzahl

maximal 15

Kosten

Für die Teilnehmer*innen entstehen keine Kosten. Über das Projekt können die Anfahrtskosten und im Einzelfall auch Übernachtungskosten übernommen werden.

Referent*innen

•Dr. Sybille De La Rosa, Projektleiterin des Projekts „Demokratie gewinnt! Mit der Diakonie Hessen“
•Dr. Felix Blaser, Stabsstelle Diakonische Kultur, Diakonie Hessen
•Matthias Blöser, Projektreferent Demokratie stärken, Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN
•Amall Breijawi, Flüchtlingsberaterin Diakonisches Werk Werra-Meißner und Diversitytrainerin
•Sebastian Heilmann, Coaching, Supervision und Organisationsberatung


Anmeldung bitte an

Projekt Demokratie gewinnt! Mit der Diakonie Hessen!
Sandra Boschke
Ederstraße 12
60486 Frankfurt am Main
Telefon: 069 7947-6420
sandra.boschke(at)diakonie-hessen.de

Anmeldeformular

Gefördert durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ und das Land Hessen.