Juni 2020

Angekündigte Flüchtlingsaufnahme guter erster Schritt

Diakonie Hessen zur Ankündigung Hessens 100 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufzunehmen: Weiter so! Jetzt muss ein Landesaufnahmeprogramm folgen


Die Diakonie Hessen begrüßt die Ankündigung der Hessischen Landesregierung, zusätzlich 100 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus den überfüllten griechischen Lagern aufzunehmen. „Das ist ein guter erster Schritt, den wir als Diakonie Hessen sehr begrüßen“, sagt Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen. “Wir hoffen nun sehr, dass das Bundesinnenministerium seine Zusage, zusammen mit anderen europäischen Staaten 1.600 Schutzsuchende aus Griechenland aufzunehmen, um 100 erhöht und dies auch baldmöglichst umsetzt.“

Zugleich verweist die Diakonie Hessen darauf, dass diesem Schritt weitere folgen müssen. Neben den freien Plätzen in Jugendhilfeeinrichtungen gibt es schon acht hessische Städte und Landkreise, die bereit sind, besonders schutzbedürftige Flüchtlinge aufzunehmen. Außerdem ist die Zivilgesellschaft nach wie vor in der Flüchtlingsunterstützung aktiv. „Mit Beteiligung und Unterstützung dieser Kommunen kann Hessen auch ein eigenes Landesaufnahmeprogramm angehen“, sagt der Vorstandsvorsitzende weiter. „Schleswig-Holstein und bald auch Thüringen machen es bereits vor. Folgen Sie den Beispielen und starten Sie nun das beschlossene Landesaufnahmeprogramm“, appelliert Carsten Tag an die Hessische Landespolitik. „Gerade hat uns die Pfingstbotschaft daran erinnert, dass Gemeinschaft in Vielfalt möglich ist. Als Diakonie Hessen sehen wir uns in besonderer Verantwortung, für eine solche Gemeinschaft in Vielfalt solidarisch und eben auch grenzüberschreitend einzutreten“, so Carsten Tag abschließend.

Appell #MenschenWürdeSchützen hat zahlreiche Unterstützer*innen

Die Diakonie Hessen hatte zuletzt zusammen mit der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen, fast 150 weiteren Organisationen sowie mehreren Oberbürgermeister*innen und Landrät*innen den Appell #MenschenWürdeSchützen veröffentlicht, um an die dringend notwendige humanitäre Aufnahme von Schutzsuchenden aus Flüchtlingslagern zu erinnern. Gerade in Zeiten der geschlossenen Grenzen müsse Solidarität über Grenzen gehen, heißt es darin. Eine der drei Forderungen des Bündnisses: Hessen möge der Bundesregierung die zusätzliche Aufnahme besonders Schutzbedürftiger aus den griechischen Lagern zusagen.

Näheres zum Appell #MenschenWürdeSchützen unter:
https://www.liga-hessen.de/wir-ueber-uns/kampagnen/appell-menschenwuerdeschuetzen/