Oktober 2017

Armut bekämpfen und Demokratie ermöglichen

Internationaler Tag zur Überwindung von Armut und Ausgrenzung am 17. Oktober


Immer mehr Menschen sind in Hessen von Armut betroffen. Dies zeigen die aktuellsten Zahlen der amtlichen Sozialberichterstattung. 15,1 Prozent der Hessen waren 2016 von Armut bedroht. Hinter diesem Wert stehen die Lebenswirklichkeiten von mehr als 900.000 Personen, 40.000 mehr als im Vorjahr. „Zunehmende Armut in einem reichen Land ist nicht zu akzeptieren“, sagt Horst Rühl, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen zum Internationalen Tag zur Überwindung von Armut und Ausgrenzung am 17. Oktober. Eine entschlossene Armutsbekämpfung sei überfällig und zugleich ein Weg, um die Demokratie in unserem Land zu realisieren. „Die Not ist nicht geringer geworden“, sagt Rühl weiter. „Erwerbslose, Alleinerziehende, Familien mit mehr als zwei Kindern sowie Menschen mit Migrationshintergrund sind immer noch überdurchschnittlich häufig von Armut betroffen.“

Armut schlägt sich in den Wahlergebnissen nieder

Gerade diese Personengruppen würden bei Wahlen oft nicht mehr mitmachen, so das Ergebnis der Studie „Gib mir was, was ich wählen kann“ des Evangelischen Fachverbandes für Arbeit und soziale Integration. Sie fühlten sich als „Bürger zweiter Klasse“ und hätten keine Hoffnung, dass Wahlen etwas ändern könnten. Sie hätten jedoch die letzte „Tür noch nicht zugeschlagen“. Die Diakonie Hessen setzt sich dafür ein, dass diese Tür auch weiter offen bleibt und baut auf die Teilhabe aller am Leben in der Gemeinschaft. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat den Tag zur Überwindung von Armut und Ausgrenzung 1992 ins Leben gerufen, weil sie in Armut eine Verletzung der Menschenrechte sieht. „Die Stärkung von Menschenrechten ist eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe“, so Rühl. „Wer teilhat und selbst etwas bewirken kann, der bringt sich bei Wahlen wieder ein. So kann auch in Hessen aus Armutsbekämpfung Demokratieförderung werden.“

Mehr Informationen zum Thema "Armut in Hessen" finden Sie im Interview der Offenbach-Post mit Dr. Felix Blaser, Referent für Armutspolitik bei der Diakonie Hessen.