April 2020

Menschen mit Behinderung brauchen auch Schutzmaßnahmen

Besonders Menschen mit Behinderung, die eine Assistenz haben, dürfen nicht vergessen werden


Auf die vielfältigen Anforderungen in den Einrichtungen der Behindertenhilfe in Zeiten der Corona-Krise weist die Diakonie Hessen gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Behindertenhilfe und Sozialpsychiatrie (AGB) hin. Dass auch hier Schutzmaterial dringend gesucht wird, macht Dr. Harald Clausen, Mitglied des Vorstands der Diakonie Hessen, deutlich:
„Die Diakonie Hessen versteht, dass die Corona-Krise eine Ausnahmesituation darstellt und Kommunen, Städte sowie das Land Hessen an vielen Fronten gleichzeitig kämpfen, um den Schwächsten in der Gesellschaft zu helfen. Dazu gehören auch die Menschen mit Behinderung. Sie sind durch die Besuchs- und Betretungsverbote in den Wohneinrichtungen, Werkstätten und Tagesstätten von dieser Krise besonders hart betroffen. Viele Menschen mit Behinderung gehören zur Risikogruppe, daher müssen auch die Einrichtungen der Behindertenhilfe, ähnlich wie Pflegeeinrichtungen, kurzfristig mit Schutzmaterial versorgt werden, um die Betreuung und Assistenzleistungen weiter gewährleisten zu können, wenn Menschen mit Behinderung sich mit Covid-19 infizieren oder in Verdacht stehen, infiziert zu sein.“

Menschen mit Behinderung und Assistenz nicht vergessen

Dr. Christian Geyer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Behindertenhilfe und Sozialpsychiatrie (AGB) in der Diakonie Hessen, hat dabei auch eine Risikogruppe im Blick, die bisher nicht so im Fokus stand: „Wir sehen, dass Menschen mit Behinderung, die im Alltag eine Assistenz benötigen, von der Corona-Pandemie ebenfalls stark betroffen sind. Sie brauchen Unterstützung und können auch in der Corona-Krise nicht darauf verzichten. Ohne Assistenz können sie nicht leben! Dies funktioniert aber nicht auf Distanz. Deshalb brauchen sowohl die Menschen mit Behinderung als auch ihre Betreuerinnen und Betreuer dringend ausreichend Schutzmaterial. Für sie steht viel auf dem Spiel, gehören sie doch auch zu den Menschen, die besonders gefährdet sind.“

Immer noch fehlen Schutzmasken

Dr. Clausen sagt zur derzeitigen Situation im Hinblick auf die Ausstattung mit Schutzmaterial: „Wir begrüßen es, dass sich inzwischen sowohl das Land Hessen als auch der Bund intensiv bemühen, zusätzliches Material zu beschaffen. Derzeit befinden sich auf Landesebene bereits 2,3 Millionen Schutzmasken in der Verteilung, die regional über zentrale Stellen in den Kommunen gesteuert wird. Dies ist jedoch nicht ausreichend. Insbesondere in Einrichtungen der Eingliederungshilfe fehlen bis heute die entsprechenden Schutzausstattungen. Deswegen hat die Diakonie Hessen für die ihr angeschlossenen Mitglieder Zulieferer für Schutzkleidung gewonnen. Es ist allerdings weiterhin zwingend erforderlich, dass auch die Landesregierung für Anbieter von Leistungen für Menschen mit Behinderung und die dort in der Betreuung tätigen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen entsprechende Schutzmaterialien verteilt.“  

Hintergrund


Arbeitsgemeinschaft Behindertenhilfe und Sozialpsychiatrie (AGB)

Die AGB ist der fachliche Zusammenschluss von diakonischen Anbietern der Behindertenhilfe und Sozialpsychiatrie in der Diakonie Hessen e.V. Als Interessengemeinschaft hat sie die Aufgabe, die Arbeit der Diakonie in diesen Bereichen zu unterstützen und zu fördern. Aktuell sind 35 Träger aus ganz Hessen und Teilen von Rheinland-Pfalz Mitglied in der AGB.