März 2020

Schwierige Zeiten erfordern kreative Lösungen

Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen fordert hessische Unternehmen zu tätiger Solidarität mit Pflege- und Gesundheitsorganisationen auf


Die Auswertung einer Erhebung der Diakonie Hessen unter ihren Mitgliedern zur Bevorratung und den Beschaffungsproblemen der Schutzmaterialien für Pflegekräfte hat -  was zu erwarten war -  dramatische Ergebnisse offengelegt (Stand 11.03.20):  So verfügen 39 Prozent der Pflegedienste und 47 Prozent der Pflegeheime nur noch über Desinfektionsmittel, die in einer, maximal zwei Wochen verbraucht sein werden. Bei den Schutzmasken ist die Situation prekär. 68 Prozent der ambulanten Dienste und 61 Prozent der Pflegeheime verfügen nur noch über Schutzmasken für drei Tage.

Der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Hessen, Carsten Tag, bittet die hessischen Unternehmen deshalb um Solidarität und regt an zu prüfen, ob ihre unternehmensspezifischen Bestände an Desinfektions- und Schutzmaterial es zulassen, einen Teil lokalen Pflege- und Gesundheitsorganisationen zur Verfügung zu stellen. „Schwierige Zeiten erfordern kreative Lösungen. In Frankreich hat z. B. der Produzent eines alkoholischen Getränks mehrere tausend Liter reinen Alkohols zur Verfügung gestellt, um den Engpass bei Desinfektionsmitteln zu minimieren“, so Carsten Tag.

Unterschiedliche Maßnahmen in Hessen und Rheinland-Pfalz
Bereits am 10. März hatte die Diakonie Hessen die Landesregierung auf den absehbaren Engpass bei Pflegeorganisationen hingewiesen. Dies deshalb, weil der hessische Pandemieplan aus 2007 sich auf die Situation von Krankenhäusern und Arztpraxen beschränkt hatte und Pflegeorganisationen nicht ausreichend berücksichtigt waren. Die Diakonie Hessen forderte bisher ergebnislos die gleichberechtigte Berücksichtigung von Pflegeorganisationen.
Während in Rheinland-Pfalz gegenwärtig bereits eine Verteilung von zentral beschafften Materialien anläuft, bleiben die Pflegeeinrichtungen in Hessen bisher immer noch auf sich gestellt.

Meldemöglichkeit

Carsten Tag bittet alle Unternehmen, die Solidarität mit den Pflegeorganisationen zeigen wollen, ihr Materialangebot unter Nutzung des jeweiligen Begriffs „Desinfektion“, Schutzkleidung“, Schutzmasken“ mit Angabe der Menge, des Ortes, an dem das Material von lokalen Pflegeorganisationen abgeholt werden kann sowie der notwendigen Adresse zur Kontaktaufnahme per Email an gap(at)diakonie-hessen.de zu senden.

Die Solidaritätsangebote werden schnellstmöglich an alle Pflegeeinrichtungen der Diakonie und ebenso an die anderen Wohlfahrtsverbände weitergeleitet. 

Bei Rückfragen wenden Sie Sich bitte an:
Dagmar Jung (Dipl.-Psych.)
Abt. Gesundheit, Alter, Pflege
Abteilungsleitung
T +49 69 7947 6329
dagmar.jung(at)diakonie-hessen.de