Dezember 2018

Spaß haben und etwas zurückgeben

Freiwilliges Engagement bei der Diakonie Hessen / Internationaler Tag des Ehrenamts am 5. Dezember


Ingo Welker engagiert sich gern
 

Ingo Welker engagiert sich gern

Etwa 54.000 Freiwillige engagieren sich bei der Diakonie Hessen, rund 200 hauptberufliche Mitarbeiter*innen begleiten die Arbeit der Ehrenamtlichen in den regionalen Diakonischen Werken und Mitgliedseinrichtungen. Das Einsatzgebiet ist groß – von der Bahnhofsmission über Tafelarbeit, Suchtkranken- und Flüchtlingshilfe bis hin zur Telefonseelsorge und Sterbebegleitung. Ein Projekt, das auf die Mitarbeit von Freiwilligen baut, ist „Jugend ohne Schulden“ vom Diakonischen Werk Offenbach-Dreieich-Rodgau. Zehn Rentner*innen engagieren sich zurzeit in diesem Projekt für Jugendliche. Einer von ihnen ist der 68-jährige Ingo Welker.

„Als ich Altersteilzeit bei meinem Arbeitgeber eingereicht habe, war mir klar, dass ich noch etwas machen will“, erzählt Rentner Ingo Welker aus Langen. Über einen Artikel in der Zeitung habe er von dem Projekt „Jugend ohne Schulden“ (JoSch) vom Seniorenbüro Winkelsmühle in Dreieich erfahren. „Ich wusste sofort, dass das genau das richtige Ehrenamt für mich ist. Ich war früher in der Kreditabteilung der Sparkasse tätig und habe Jugendliche ausgebildet. Ich habe mich schon immer gerne mit jungen Leuten beschäftigt und versucht, ihnen die Ausbildungsinhalte gut zu vermitteln. So bin ich vor sieben Jahren bei JoSch eingestiegen.“

Projekt „Jugend ohne Schulden“ braucht Freiwillige

Martina Geßner, Bereichsleiterin der Freiwilligen- und Generationenarbeit bei der Diakonie Offenbach-Dreieich-Rodgau, schaut zusammen mit ihrer Projektkoordinatorin Antje Grimberg, welches Engagement zu den motivierten Interessenten passt, die sich im Seniorenbüro melden. Für das Freiwilligenprojekt „Jugend ohne Schulden“ sei ein kaufmännischer Hintergrund die Regel, so Martina Geßner. Eine weitere Anforderung sei die Bereitschaft etwas mit jungen Menschen gemeinsam zu erarbeiten. Geßner: „Unsere Ehrenamtlichen gehen für etwa fünf Doppelstunden in die Schulen und bringen den Jugendlichen einen verantwortungsvollen Umgang mit den eigenen Finanzen nahe.“ Sie informieren die Schüler*innen über Kostenfallen, Grundkenntnisse des Zahlungsverkehrs sowie Lebenshaltungskosten und versuchen sie für die Gefahren zu sensibilisieren. „Ohne die Freiwilligen könnten wir solche Schulungen nicht anbieten“, sagt Sozialpädagogin Geßner weiter. „Dafür reicht unser Personal gar nicht aus.“

"Die Chemie muss stimmen"

Ingo Welker widmet gerne seine Zeit seinem Engagement in JoSch. Für ihn war es wichtig, dass er sich nicht an festen Tagen einbringen muss, sondern sich seinen Einsatz aussuchen kann. „Ich komme auf etwa sechs bis sieben Einsätze im Jahr. Wenn ein Termin mal nicht passt, dann übernimmt ihn ein anderer. In der Regel versuche ich immer mit den gleichen Freiwilligen aus dem Team zusammenzuarbeiten. Die Chemie muss einfach stimmen. Das merken sonst die Jugendlichen“, erzählt Welker. Die Ehrenamtlichen gehen immer zu zweit in die Klassen. „Ich versuche Frontalunterricht zu vermeiden und die Kinder einzubeziehen“, sagt Welker. „Das kommt bei den Schülerinnen und Schülern gut an und mir macht es viel Spaß, mich mit den Jugendlichen auszutauschen und in einen direkten Dialog zu treten.“ Dies sei jedoch nicht immer möglich. „Das hängt stark vom Schultyp und den Jugendlichen ab. Manchmal müssen wir erst einmal die Grundlagen schaffen, so dass das Gespräch mit den Schülerinnen und Schüler zu kurz kommt. Das finde ich sehr schade.“ Solche Erlebnisse tauschen die Ehrenamtlichen in regelmäßigen Gruppentreffen aus. „Natürlich sind nicht alle Klassen gleich und unsere Freiwilligen stehen auch mal vor schwierigen Klassen etwa mit Schülern und Schülerinnen mit geringen Sprachkenntnissen“, sagt Geßner. „Wir passen daher immer wieder das Schulungskonzept an und entwickeln es weiter.“

Freiwillige haben das Projekt selbst entwickelt

Als das Projekt JoSch vor 10 Jahren eingeführt wurde, war die Nachfrage groß. „Unsere Freiwilligen haben das Thema und den Bedarf erkannt und selbstständig das Konzept entwickelt. Wir lassen sie dabei jedoch nicht allein. Wir haben ihnen eine Fachkraft zur Seite gestellt, die sie unterstützt“, so Geßner. „Bei den Jugendlichen kommt es ganz anders an, wenn Freiwillige ihnen etwas über Schuldenvermeidung erzählen oder Menschen, die dafür bezahlt werden. Sie spüren das echte Interesse.“ Welker möchte sich noch so lange wie möglich freiwillig engagieren. „Ich komme aus einem Elternhaus, wo mir nicht alles nachgetragen wurde. Ich weiß, wie schwer es ist, wenn man sich alles selbst erarbeiten muss. Doch ich hatte stets das Glück, dass mich Mentoren auf meinem Berufsweg begleitet haben. Während meiner Arbeit habe ich bereits versucht, Mentor für meine Auszubildenden zu sein und nun möchte ich über JoSch etwas zurückgeben.“

 

Freiwilliges Engagement in der Diakonie Hessen

Wer Lust bekommen hat, sich zu engagieren, kann sich bei den regionalen Diakonischen Werken der Diakonie Hessen direkt vor Ort melden. (Übersicht)

Weitere Informationen zum Freiwilligen Engagement gibt es u.a. unter: www.engagiert-mitgestalten.de (Kirchengebiet der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck) / ehrenamtsakademie.ekhn.de (Kirchengebiet Evangelische Kirche in Hessen und Nassau)

Diakonisches Werk Offenbach-Dreieich-Rodgau

Das Diakonische Werk Offenbach-Dreieich-Rodgau ist mit seinen vielfältigen Angeboten für die Menschen in der Stadt Offenbach und den Landkreis Offenbach zuständig. Weiterhin ist es das Diakonische Werk für die Dekanate Offenbach, Dreieich und Rodgau. Träger ist die Diakonie Hessen. Im Diakonischen Werk Offenbach-Dreieich-Rodgau arbeiten ca. 90 hauptamtliche sowie 150 ehrenamtlich tätige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auf dem Hintergrund christlicher Nächstenliebe werden die Beratungs- und Betreuungsangebote unter Beachtung des Grundsatzes von Hilfe zur Selbsthilfe angeboten. Menschen vom Rande der Gesellschaft wieder zurück in die Mitte derselben zu holen ist ihr Ziel. Die Freiwilligen- und Seniorenarbeit liegt bei der Winkelsmühle Dreieich. Hierzu gehört auch das Seniorenbüro. Projekte des Seniorenbüros sind u.a. 1 zu 1 – Spielend lernen, JoSch – Jugend ohne Schulden, Wohnberatung, Freiwilligendienst „Ge-Mit – Generationen Miteinander“.

Weitere Informationen

Mehr Infos zu den Freiwilligenprojekten und zur Bewerbung
Ansprechpartnerin: Martina Geßner unter 06103 – 987515 oder seniorenbuero(at)diakonie-of.de