September 2012

Stiftungsfonds DiaDem ermöglicht vier neue Projekte für Demenzkranke und ihre Angehörigen

Positive Entwicklung schon in den ersten vier Jahren von DiaDem – Weltalzheimertag am 21. September


Anlässlich des Weltalzheimertags am Freitag, 21. September, blickt der Beiratsvorsitzende des Stiftungsfonds DiaDem der Stiftung Diakonie in Hessen und Nassau, Landtagspräsident Norbert Kartmann, auf eine außerordentlich positive Entwicklung des Stiftungsfonds zurück: „Wir sind sehr dankbar, dass wir in den ersten vier Jahren bereits Projekte für demenzkranke Menschen und deren Angehörige in einem Umfang von 161.725 Euro unterstützen konnten. Zudem wurde mit der Ausstellung ,Kunst trotz(t) Demenz‘ ein inzwischen international beachtetes Aushängeschild geschaffen, das Menschen auf das Thema Demenz aufmerksam macht und Hilfen zur Bearbeitung der eigenen Betroffenheit anbietet.“

Die Ausstellung wurde bereits an 21 Orten präsentiert. Zurzeit ist sie in der Kunsthalle Recklinghausen zu sehen.

Der Stiftungsfonds DiaDem wurde im Jahr 2008 vom Diakonischen Werk Wiesbaden mit Mitteln aus einem Vermächtnis gegründet. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) beteiligte sich maßgeblich mit einer großen Zustiftung und der Bereitstellung von Kollektenmitteln: Allein am 20. November 2011, dem so genannten Ewigkeitssonntag, steuerten Besucher in evangelischen Gottesdiensten insgesamt 200.372 Euro bei, um aktuelle Demenzprojekte zu fördern und das Stiftungskapital aufzustocken. Dadurch können langfristig weitere Projekte gefördert werden.

Aktuell ermöglicht DiaDem vier neue Projekte: Dazu gehört das Projekt „Moment!“, das vom Diakonischen Werk in Hessen und Nassau gemeinsam mit dem Landessportbund Hessen realisiert wird. Bisher konnten dadurch bereits 100 Freiwillige für die Leitung von örtlichen Bewegungsgruppen für demenzkranke Menschen ausgebildet werden. Zudem werden Selbsthilfegruppen für Menschen mit einer beginnenden Demenz im Odenwald und in Wiesbaden aufgebaut. Im Edertal im Kreis Marburg-Biedenkopf werden entlastende Angebote für pflegende Angehörige entwickelt.
Außerdem hat DiaDem bisher Fachveranstaltungen und Erholungsmaßnahmen, zwei Evaluationsstudien, mehrere Kunstprojekte, den Druck einer Informationsbroschüre über Gottesdienste für demenzkranke Menschen, ein Tanzcafé, die Gestaltung eines Gartens in einem Altenhilfezentrum, die Ausbildung eines Therapiehundes und den Aufbau von Demenzangeboten in ländlichen Regionen gefördert.

Das Stiftungskapital hat im laufenden Jahr die Marke von 700.000 Euro überstiegen. „Durch das Engagement der EKHN für dieses Thema ließen sich zahlreiche Privatpersonen zum Zustiften motivieren. Da in Zukunft wohl jeder zehnte Mensch unmittelbar von Demenz betroffen sein wird, ist es sinnvoll, frühzeitig Hilfen aufzubauen – auch für die vielen Angehörigen“, erläuterte Bernd Kreh, Referent für Fundraising und Stiftung im Diakonischen Werk in Hessen und Nassau.

Neben dem Präsidenten des Hessischen Landtags engagieren sich Prof. Reimer Gronemeyer, Vorsitzender der Aktion Demenz e.V., Dr. Thomas Zickgraf, Vorsitzender der Hessischen Alzheimergesellschaft, Irene Eckstein, langjährige betroffene Angehörige, Johannes Weber, Sozialamt der Stadt Wiesbaden, und Heinz Merkel, als Vertreter der Gründungsstifterin, in dem Stiftungsbeirat.

Stichworte
Würde bewahren – trotz Demenz
Menschen mit Demenz benötigen im Laufe ihrer langen Krankheitszeit intensive Unterstützung. Mit zunehmender Schwere der Erkrankung wird ständige Anleitung und Begleitung erforderlich, um Ängste und Unsicherheit in einer immer fremder werdenden Welt zu mildern. Häufig leisten die Familien aufopferungsvoll diese schwere Betreuungsarbeit. Aber immer mehr demenzkranke Menschen leben alleine.

Die Stiftung Diakonie in Hessen und Nassau unterstützt mit ihrem Stiftungsfonds DiaDem demenzkranke Menschen und ihre Angehörigen. Ein würdevolles Leben trotz Demenz führen zu können, ist das erklärte Ziel. Damit dies gelingt, fördert der Stiftungsfonds DiaDem regionale Initiativen für Familien und geschulte Freiwillige und unterstützt

- Versorgungsangebote für allein lebende demenzkranke Menschen
- wohnortnahe Beratung und Hilfe für Familien
- die öffentliche Thematisierung der Folgen von Demenzerkrankungen
- musische und sportliche Aktivitäten für Menschen mit Demenz
- betreute Urlaube für Demenzkranke und ihre Partner
- Unterstützungsnetze und Begegnungsräume
- die Anschaffung von aktivierendem Beschäftigungsmaterial (etwa so genannter Demenzkoffer)

Weitere Informationen gibt es unter Telefon 069 7947-111 oder unter www.sinn-stiften.de


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