März 2020

Trauerfeier nach den Anschlägen in Hanau

Trauerakt in Hanau als Zeichen der Anteilnahme für die Opfer des rassistischen Anschlags vom 19. Februar


Am 19. Februar sind 10 Menschen Opfer eines rassistisch motivierten Anschlags geworden. Mit der zentralen Trauerfeier am 4. März findet zwei Wochen nach dem Attentat das offizielle Gedenken von Stadt und Land statt. Anlässlich des Trauerakts in Hanau gedenken die Vorstände der Diakonie Hessen erneut der Opfer und drücken den Angehörigen und den Menschen in Hanau ihr Mitgefühl aus:

"Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei den Menschen in Hanau, die heute im Rahmen des offiziellen Staatsaktes Abschied von den Opfern der blutigen Gewalttat nehmen. Mit großer Sorge nehmen wir wahr, dass unsere offene Gesellschaft Schaden nimmt, wenn Extremismus und menschenverachtende Gesinnungen sich in unseren Alltag schleichen und sich grausam Bahn brechen. Die Solidarität in der Trauer, der Schulterschluss unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen und Repräsentanten unterschiedlicher Religionen sind ein sichtbares Zeichen dafür, dass unsere Gesellschaft weiterhin eine offene und bunte Gesellschaft bleiben soll und bleiben wird. In unserem diakonischen Dienst stehen wir für ein Menschenbild, das jeden Menschen ungeachtet seiner Herkunft, seiner Sprache, seiner Religion und seiner Leistungsfähigkeit als Geschöpf und Ebenbild Gottes sieht. Auch in dem Erschrecken und der Trauer über das, was fehlgeleitete Menschen anrichten können, wissen wir um die Liebe Gottes, die solidarisch ist mit allen, die leiden. Aus dieser Solidarität schöpfen wir den Mut und die Kraft, miteinander für eine friedfertige und offene Gesellschaft einzutreten, damit in Hanau neben den Bildern des Schreckens auch die Erfahrung einer sorgenden Gemeinschaft in Erinnerung bleiben."

Pfarrer Carsten Tag (Vorstandsvorsitzender), Dr. Harald Clausen, Wilfried Knapp