Hessen braucht mehr sozialen Wohnungsbau

Zum Tag der Wohnungslosen am 11. September besucht Horst Rühl, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen, die Eröffnung einer Fotoausstellung der Hanauer Wohnungslosen-Einrichtung „Lichtblick“. Die Ausstellung „Lebenswelten“ zeigt in der Marienkirche Hanau Portraits von ehemals wohnungslosen Menschen in ihrem Lebensraum. Zur aktuellen Situation in Hessen sagt Horst Rühl:

„Jeder Mensch braucht eine Wohnung. Der hessische Wohnungsmarkt ist für einkommensschwache Menschen jedoch massiv angespannt. In den nächsten Jahren wird sich die Situation sogar noch weiter verschärfen. Wir haben in Hessen jedes Jahr 19.000 Wohnungen zu wenig. Darunter leiden vor allem die einkommensarmen Menschen. Besonders betroffen sind Jugendliche unter achtzehn Jahren. Wenn sie durch das Jugendhilfenetz fallen, landen sie schnell auf der Straße. Auch alte und kranke Menschen haben es schwer, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Weitere Verlierer des Wohnungsmarkts sind oft alleinerziehend und durch Trennung belastet. Sie müssen immer häufiger Angebote der Wohnungsnotfallhilfe wahrnehmen. Wir fordern die Kommunen auf, sich ihrer sozialen Verantwortung zu stellen und eine Quote für den sozialen Wohnungsbau einzuführen. Dafür sollten mindestens 40 Prozent des kommunalen Baulandes für preisgünstigen Mietwohnungsbau verwendet werden. Nur mit ausreichendem und bezahlbarem Wohnraum können wir verhindern, dass immer mehr mittellose junge und alte Menschen sowie kleine Familien in den Einrichtungen der Nothilfe landen.“