Angebote im Bereich Wohnen

Psychische Erkrankungen und ihre Symptome haben manchmal zur Folge, dass es Menschen nicht mehr gelingt, ohne geeignete Hilfe in der eigenen Wohnung zu leben. Da das Ausmaß der Einschränkungen individuell sehr unterschiedlich ist, gibt es auch verschiedene Formen des Wohnens mit Unterstützung: Die bekannteste Wohnform ist sicher das Wohnheim. Es gibt Menschen, die auf Grund ihrer Behinderung im Moment (auch mit Unterstützung) nicht in der Lage sind, einen eigenen Haushalt zu führen. Auch das Zusammenleben mit Angehörigen ist aktuell nicht möglich. In dieser Situation kann ein Wohnheim eine geeignete Form der Unterstützung sein, um wieder festen Boden unter die Füße zu kriegen und die nächsten Schritte auf dem Weg zu einem selbstverantwortlichen Leben zu gehen.
Der Umfang der Unterstützung richtet sich jeweils nach dem Bedarf des Bewohners bzw. der Bewohnerin. Deshalb gibt es auch keine Begrenzung bei der Zeit, die jemand in einem Heim bleiben kann. Aber das Ziel bleibt immer die „Selbstbestimmung und Teilhabe am Leben in der Gesellschaft" (Zitat aus dem Sozialgesetzbuch IX).
Wer die ziemlich umfassenden Leistungen eines Wohnheims nicht benötigt, für den kann vielleicht das „Betreute Wohnen“ eine geeignete Form der Unterstützung sein, wobei der Begriff “Betreutes“ Wohnen sicher nicht ganz richtig ist: es geht nicht um Betreuung, sondern um Unterstützung, damit jemand sein Leben möglichst selbst bestimmen und gestalten kann.  Aber diese Bezeichnung wird derzeit noch in den Richtlinien, die dieser Hilfeform zugrunde liegen, verwendet. Betreutes Wohnen gibt es als Einzelwohnen in einer eigenen oder angemieteten Wohnung oder in einer Wohngemeinschaft. Welche Form und welcher zeitliche Umfang als Hilfeleistung am besten geeignet ist, sollte in ausführlichen Beratungsgesprächen geklärt werden.

Ein weiteres Angebot ist das „Begleitete Wohnen in Familien“ (früher auch „psychiatrische Familienpflege“ genannt.) Dabei nehmen Gastfamilien einen Menschen mit einer psychischen Erkrankung in ihrer Familie auf. Die Gastfamilie bekommt dafür ein Entgelt und lässt den Gast am Familienalltag teilhaben. Unterstützung für Familie und Gast leistet der „Fachdienst“, der die Beteiligten bei evtl. auftauchenden Problemen berät.

Es ist wichtig zu wissen, dass für alle Unterstützungsleistungen im Bereich Wohnen bestimmte formale Voraussetzungen gelten: In der Regel wird das Betreute Wohnen finanziert über das Sozialgesetzbuch (SGB) XII. Dazu stellt der von der Behinderung betroffene Mensch einen entsprechenden Antrag bei dem zuständigen Kostenträger. Die Mitarbeitenden im Bereich Wohnen beraten und helfen selbstverständlich dabei. Außerdem benötigt er die Bescheinigung eines Facharztes, die eine Aussage zur Diagnose enthält und der Antragsteller muss zum Personenkreis der Menschen mit Behinderung gehören. Im Sozialgesetzbuch IX § 2 ist definiert, wodurch sich eine Behinderung auszeichnet:

(1) Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Sie sind von Behinderung bedroht, wenn die Beeinträchtigung zu erwarten ist.

Außerdem verlangt der Kostenträger, dass die Einkommens- und Vermögensverhältnisse offengelegt werden. Bei Überschreiten von bestimmten Einkommens- und Vermögensgrenzen ist evtl. ein Eigenanteil zu zahlen. Nähere Einzelheiten dazu erhalten Sie bei den Beratungsstellen oder den Anbietern der verschiedenen Wohnformen.

Wohnangebote beim Diakonischen Werk in Hessen und Nassau finden Sie im: