Teilhabe an Arbeit und Beschäftigung für Menschen mit Behinderung

Der Weg in ein selbstbestimmtes Leben in der Gesellschaft ist für viele Menschen mit Behinderung bis heute schwer. Insbesondere die Teilhabe am Arbeitsleben als zentraler Teil der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben  ist für Menschen mit Behinderung nicht immer einfach zu erreichen.

Arbeit und Beschäftigung bieten für jeden Menschen die Möglichkeit, sich mit seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten in die Gesellschaft einzubringen. Sie stärken das Selbstvertrauen und bieten vielfältige Möglichkeiten zu zwischenmenschlichen Kontakten. Humane Arbeit stiftet Sinn und Identität. Lebenslanges Lernen ist ein wichtiger Bestandteil der Teilhabe am Arbeitsleben.

Die Diakonie Hessen bietet Unterstützungsangebote zur Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit geistiger, körperlicher oder seelischer Beeinträchtigung. Zahlreiche Träger bieten Ausbildungs-, Arbeits- und Vermittlungsangebote in der Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen.

1. Werkstätten für Menschen mit Behinderungen
Eine Werkstatt für Menschen mit Behinderungen (WfbM) ist eine Einrichtung zur beruflichen Rehabilitation. Sie soll die Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben und zur Eingliederung in das Arbeitsleben (§ 136 SGB IX) ermöglichen. Eine WfbM bietet denjenigen behinderten Menschen, die wegen Art oder Schwere der Behinderung nicht, noch nicht oder noch nicht wieder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein können, einen Arbeitsplatz oder Gelegenheit zur Ausübung einer geeigneten Tätigkeit. In Hessen nutzen ca. 18000 Menschen das Angebot zur Teilhabe am Arbeitsleben in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen. 15 (von 51) Hauptwerkstätten mit zahlreichen weiteren Betriebsstätten befinden sich in diakonischer Trägerschaft.
Mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention wird über die angemessene Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Behinderung im Arbeitsleben diskutiert. Diakonische Werkstattträger in Hessen beteiligen sich offensiv an der Diskussion um die Zukunft der Werkstätten.

Das Positionspapier zur Zukunft der Werkstätten für Menschen mit Behinderung können Sie hier herunterladen. Der Text steht Ihnen auch in leichter Sprache zur Verfügung.


2. Das Berufsbildungswerk Nordhessen
Das Berufsbildungswerk Nordhessen mit seinen beiden Standorten Bad Arolsen und Kassel richtet sich an junge Menschen mit Lernbehinderungen und/oder körperlichen Behinderungen. Einige Plätze  werden für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen und Behinderungen bereitgehalten.
Das Berufsbildungswerk Nordhessen fördert die individuelle Entwicklung junger Menschen, die eine Berufsausbildung nur mit den besonderen Hilfen des Berufsbildungswerkes (BBW) erfolgreich bestehen können.

Kontakt:
Berufsbildungswerk Nordhessen
Mengeringhäuser Straße 3
34454 Bad Arolsen
www.bbw-nordhessen.de

3. Integrationsfachdienst (IFD)
Der Integrationsfachdienst ist ein Beratungs- und Unterstützungsangebot für Menschen mit Behinderung im Arbeitsleben, für die Angehörigen sowie für Unternehmen und Arbeitgeber.
Der Integrationsfachdienst arbeitet auf der Grundlage des Sozialgesetzbuches IX § 102 i.V.m. § 109 ff. SGB IX im Auftrag des Integrationsamtes Kassel beim Landeswohlfahrtsverband Hessen. Zusätzliche Auftraggeber sind Reha-Träger, Unternehmen, Agentur für Arbeit, Sozialverwaltungen, Berufsgenossenschaften, Haftpflichtversicherungen uvm.

Integrationsfachdienste in Trägerschaft der Diakonie finden Sie unter www.ifd-diakonie.de  

4. Integrationsbetriebe
Integrationsunternehmen und -firmen sind Betriebe des allgemeinen Arbeitsmarktes. Sie stellen marktfähige Produkte und Dienstleistungen her. Sie werden nicht subventioniert, sondern erhalten nach den Bestimmungen des SGB III und des SGB IX ausschließlich einen Nachteilsausgleich, der allen Arbeitgebern des ersten Arbeitsmarktes offensteht.

Der Anteil an schwerbehinderten Menschen liegt je nach Art des Betriebes und Branche in der Regel zwischen 25 und 50 %. Integrationsunternehmen und -firmen arbeiten markt- und qualitätsorientiert und bieten ihren Mitarbeitern Arbeitsverhältnisse unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes (tarifliche bzw. ortsübliche Entlohnung, Kündigungsschutz...).

Weitere Informationen zu Integrationsfachbetrieben erhalten Sie auch bei der Landesarbeitsgemeinschaft der Integrationsbetriebe Hessen e.V., Vor der Kaserne 6, 63571 Gelnhausen, Telefon: 06051 9218-22, info(at)lag-integration.de, www.lag-integration.de/

Kontakt

Referat Teilhabe an Arbeit und Beschäftigung für Menschen mit Behinderungen
Silke Dammann-Bethge
Diakonie Hessen
Geschäftsstelle Kassel
Kölnische Str. 136 
34119 Kassel
Telefon: 0561 1095-3150
Telefax: 0561 1095-3295
mailto:silke.dammann-bethge(at)diakonie-hessen.de

Sekretariat
Silvia Borda
Diakonie Hessen
Geschäftsstelle Kassel
Kölnische Str. 136
34119 Kassel
Telefon: 0561 1095-3105
Telefax: 0561 1095-3295
silvia.borda(at)diakonie-hessen.de


Bundestagsdebatte zum Bundesteilhabegesetz

206. Sitzung vom 1.12.2016 - TOP 3

Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfes eines Gesetzes zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen (Bundesteilhabegesetz - BTHG).

Quelle: Deutscher Bundestag