Arbeitsmarktpolitik

Arbeitslosigkeit ist in Deutschland kein vorübergehendes, geschweige denn grundsätzlich lösbares Phänomen. Allen konjunkturellen Schwankungen zum Trotz hat sich im Laufe der letzten dreißig Jahre eine hohe Sockelarbeitslosigkeit herausgebildet und auf immer höherem Niveau eingependelt. Besonders schwer wiegt die Anzahl von über einer Million langzeitarbeitsloser Menschen, denen eine Teilhabe an der Gesellschaft mit der derzeitigen Arbeitsmarktpolitik verwehrt bleibt.

Arbeit statt Arbeitslosigkeit finanzieren – Teilhabe ermöglichen 

In der Diakonie gilt ein besonderes Augenmerk den Langzeitarbeitslosen und den am Arbeitsmarkt Benachteiligten, denn es ist Aufgabe der Diakonie, für die tätig zu werden, die sonst keine Chance haben: auch wenn sie schwer in herkömmliche Arbeitsplätze vermittelt werden können, weil sie mehrfache Vermittlungshemmnisse haben. Sie brauchen Unterstützung und Begleitung.
Die Einrichtungen der Diakonie in den Bereichen Beschäftigung und Qualifizierung wirken dieser Ausgrenzung entgegen. Mit ihren Angeboten werden Menschen angesprochen, die oft seit Jahren keine Arbeitsstelle gefunden haben oder ohne Hilfe nie mehr finden werden. Ziel ist es, ihnen eine qualifizierte Vorbereitung auf den (Wieder-)Einstieg in das Erwerbsleben zu geben. Viele Diakonische Einrichtungen bieten Arbeitslosen Unterstützung in ihren sozialen Beschäftigungsunternehmen und geben somit Möglichkeiten für ihre berufliche und soziale Qualifizierung. Zusätzlich gibt es häufig theoretischen Unterricht, Wissensmodule und Qualifizierungsbausteine, und fast immer findet eine aufwändige sozialpädagogische Begleitung statt, die uns von vielen nicht-kirchlichen Trägern unterscheidet.

Jeder der arbeiten will, soll auch arbeiten können.

Die Vorgänger der Diakonie Hessen sind Gründungsmitglieder der „Initiative Pro Arbeit“.

Gemeinsam mit anderen Verbänden setzen wir uns für die Einführung eines öffentlich geförderten Arbeitsmarktes ein. Dazu haben wir als Diakonie ein Modell entwickelt, das die Finanzierung der Arbeit nicht viel teurer macht als die Finanzierung von Arbeitslosigkeit. Anstelle passiver Leistungen für Alimentierung und Grundsicherung sollten diese Gelder für eine aktive Arbeitsmarktförderung genutzt werden.

Damit Langzeitarbeitslose wieder eine Chance auf gesellschaftliche Teilhabe und ein menschenwürdiges Leben haben, fordern wir:

  • die Rücknahme der Kürzungen der Mittel für Eingliederungsmaßnahmen,
  • die Einführung eines öffentlich geförderten Arbeitsmarktes, 
  • den Einsatz der Gelder zur Finanzierung der Arbeit und nicht der Arbeitslosigkeit (Passiv-Aktiv-Transfer) und 
  • die Freigabe von Beschäftigungsmaßnahmen für alle Arbeitgeber und damit die Möglichkeit zur Teilnahme am allgemeinen Markt.

„SIBA“ - Soziale Integration, Bildung und Arbeit

Um die Arbeit der eigenen Diakonischen Werke und der Mitgliedseinrichtungen der Diakonie Hessen im Arbeitsgebiet nachhaltig zu unterstützen, zu entwickeln, zu fördern und deren gemeinsamen Interessen zu vertreten, haben sich die Arbeitsgemeinschaften beider Diakonischen Werke zur gemeinsamen Arbeits- und Interessengemeinschaft SIBA zusammengeschlossen.

Ihre Aufgaben umfassen insbesondere

  1. Information, Erfahrungsaustausch und gemeinsame Meinungsbildung zu Fachfragen der Jugendberufshilfen, der Hilfen für Arbeitslose und von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen innerhalb und auch außerhalb des Bereiches der Diakonie,
  2. Vertretung gemeinsamer Interessen innerhalb der Diakonie und nach außen in Zusammenarbeit bzw. im Einvernehmen mit dieser,
  3. Förderung der Aus-, Fort- und Weiterbildung im Arbeitsfeld,
  4. Unterstützung, Förderung und Entwicklung gemeinsamer Grundsätze, Konzeption, Leistungsbeschreibungen und Bestrebungen im Einvernehmen mit der Diakonie,
  5. Erarbeitung von gemeinsamen Stellungnahmen und Empfehlungen zu allen den Zweck der Arbeitsgemeinschaft betreffenden Fragen im Einvernehmen mit der Diakonie,
  6. Stärkung und Förderung des evangelischen Charakters der Einrichtungen und Dienste der Jugendberufshilfen und qualifizierenden Arbeit und
  7. Zusammenarbeit mit anderen Fachverbänden/Arbeitsgemeinschaften.

Praktische Beispiele dieser Form der Zusammenarbeit sind die gemeinsam herausgegebenen Ausgaben der Mitgliederzeitschrift "asi.AQUA" in den Jahren 2009 und 2011.

Die aktuelle Ausgabe des neuen Heftes "SIBA" finden Sie hier zum Download:

  • SIBA 2015 (Ausgabe 2015, 50 Seiten, PDF 5,4 MB)

Wenn Sie Interesse haben, SIBA zu beziehen, wenden Sie sich bitte an das Referat Arbeitsmarktpolitik.

Die Ausgaben der früheren Mitgliederzeitschrift "asi.AQUA" können Sie durch Klicken auf den Titel als PDF herunterladen.

Netzwerk

Die Diakonie Hessen ist unter anderem Mitglied

Kontakt 

Referat Arbeitsmarktpolitik
Thomas Jung
Diakonie Hessen
Ederstraße 12
60486 Frankfurt am Main
Telefon: 069 7947-6263
Telefax: 069 7947-996263
thomas.jung(at)diakonie-hessen.de

Sekretariat
Andrea Bahl
Diakonie Hessen
Ederstraße 12
60486 Frankfurt am Main
Telefon: 069 7947-6283
Telefax: 069 7947-996283
andrea.bahl(at)diakonie-hessen.de