Armutslindernde Dienste

Zu den armutslindernden Diensten gehören Einrichtungen wie Tafeln, Kleiderkammern und Sozialkaufhäuser. Diese meist durch Freiwilliges Engagement getragenen oder unterstützten Angebote ergänzen sozialstaatlich garantierte Ansprüche und entlasten das ohnehin geringe Budget armer Menschen. Armutslindernde Dienste können jedoch soziale Rechte nicht ersetzen, sie können immer nur zur Linderung der Armut beitragen jedoch nicht zu deren Überwindung.

Tafeln in der Diakonie Hessen

Das Tafelprinzip heißt: „Essen, wo es hingehört“
„Die Vernichtung von überschüssigen Lebensmitteln vermeiden und gleichzeitig Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu unterstützen“, das ist die Grundidee der Tafel. 1993 wurde in Berlin die erste Tafel gegründet, mittlerweile gibt es in Deutschland davon etwa 900, in denen sich viele tausend Freiwillige engagieren, um Lebensmittel vor Vernichtung zu bewahren und die Not von Menschen zu lindern. Laut deutschem Tafelverband werden täglich etwa eine Million Menschen von den Tafeln versorgt, davon sind ein Viertel Kinder und Jugendliche.

Armut in unserem Land

11,5 Millionen Menschen bzw. etwa 14 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind von Armut bedroht oder betroffen. Ihr Geld, das aus Erwerbsarbeit oder Transferleistungen zur Verfügung steht, reicht nicht aus, um den Bedarf und alle notwendigen Ausgaben zu decken. Am stärksten betroffen sind Erwerbslose und Haushalte mit alleinerziehenden Müttern oder Vätern.

Vernichtung von Lebensmitteln

Täglich werden in Deutschland große Mengen Lebensmittel vernichtet, z.B. aus Über- und Fehlproduktionen oder weil sie nicht mehr gekauft werden, da das Haltbarkeitsdatum in absehbarer Zeit abläuft oder die Produkte nicht mehr makellos sind. Brot wird in seiner großen Vielfalt bis zum Ladenschluss vorgehalten, ist aber am nächsten Tag nicht mehr zu verkaufen.

Mittel werden frei, um andere notwendige Ausgaben zu tätigen

Tafeln mindern die Auswirkungen von Armut, beheben diese jedoch nicht grundsätzlich, denn nur die Veränderung von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen kann einen Rückgang von Armut bewirken. Tafeln schaffen eine kleine Entlastung bei den Lebensmittelkosten, so dass das Geld für andere notwendige Ausgaben eingesetzt werden kann. Für die Diakonie in der Tafelarbeit ist es eine dringliche Aufgabe auf die wachsende Armut und Ungleichheit aufmerksam zu machen und für gerechtere Verhältnisse einzutreten.
Die Diakonie Hessen trägt und unterstützt in seinen regionalen Werken die Tafelarbeit, die durch eine Vielzahl freiwilliger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter organisiert wird.

Tafeln gibt es in folgenden regionalen Diakonischen Werken: 


Mehr erfahren

  • Broschüre „Ich hatte Hunger und ihr habt mir zu essen gegeben“ (PDF, 700 KB)
  • in der Tat Dokumentation "Politische Tafelarbeit - Ein Beitrag der Diakonie Hessen zu 20 Jahren Tafelarbeit in Deutschland" (PDF, 1,2 MB)

Kontakt

Referat Armutslindernde Dienste (Tafelarbeit)
Pfarrer Uwe Seibel
Diakonie Hessen
Geschäftsstelle Kassel
Kölnische Straße 136
34119 Kassel
Telefon: 0561 1095-3305
Telefax: 0561 1095-295
uwe.seibel(at)diakonie-hessen.de

Sekretariat
Silke Heinemann
Diakonie Hessen
Geschäftsstelle Kassel
Kölnische Straße 136
34119 Kassel 
Telefon: 0561 1095-3302
Telefax: 0561 1095-3226
silke.heinemann(at)diakonie-hessen.de