Projekt "Altenpflege +
Geflüchtete in den Pflegeberuf integrieren"

Unter dem Titel "Altenpflege plus - Geflüchtete in den Pflegeberuf integrieren" führt die Diakonie Hessen in Kooperation mit der Jugendwerkstatt Hanau e.V., dem Ausbildungsinstitut der Vereinten Martin-Luther + Althanauer Hospital Stiftung Hanau und dem WDS Ausbildungsinstitut in Bad Arolsen ein zweieinhalbjähriges Projekt zur beruflichen und sozialen Integration von Menschen mit Fluchterfahrung durch. Seit Herbst 2018 erhalten Geflüchtete dabei die Chance, sich über eine Altenpflegehelferausbildung eine berufliche Zukunft in Deutschland aufzubauen. Der theoretische Teil der Ausbildung findet in den jeweiligen Ausbildungsinstituten der Projektpartner in Hanau und Bad Arolsen statt. Den praktischen Teil durchlaufen die Teilnehmer*innen in stationären Pflegeeinrichtungen im Umkreis von Hanau und Bad Arolsen. In Hanau wie auch in Bad Arolsen ist jeweils ein/e Projektmitarbeitende/r für die Durchführung des Projektes verantwortlich.

Ausbildung

Das Projekt zeichnet sich durch zwei Qualifizierungsangebote aus. Im Ausbildungsinstitut der Vereinten Martin Luther und Althanauer Hospital Stiftung in Hanau absolvieren die Teilnehmer*innen eine einjährige Ausbildung in der Altenpflegehilfe. Dabei sind sie in die allgemeinen Ausbildungsklassen integriert und werden zusätzlich individuell gefördert. Das Qualifizierungsangebot im WDS Ausbildungsinstitut in Bad Arolsen ist Teil des Hessischen Modellprojektes „Hessen integriert“. Dieses nehmen Geflüchtete in Anspruch, die noch keinen Hauptschulabschluss haben, aber geeignet für die Altenpflegehilfeausbildung und den gleichzeitigen Erwerb des Hauptschulabschlusses sind. Hier bilden die Teilnehmer*innen einen eigenen Kurs, in dem gezielt ihre Potenziale und Bedürfnisse angesprochen werden können. Dabei wird die Ausbildung zur*m Altenpflegehelfer*in auf zwei Jahre verlängert, um genügend Raum für Förderangebote zu ermöglichen und den gleichzeitigen Besuch der allgemeinbildenden Schule zum Erwerb des Hauptschulabschlusses zu gewährleisten.

Qualifizieren, beraten, begleiten

Im Rahmen des Projektes stehen den Teilnehmer*innen während der Ausbildung spezielle Angebote zur Verfügung, wie beispielsweise Sprachunterricht und Staatsbürgerkunde, Sprachförderung, Unterstützung des individuellen Lern- und Entwicklungsprozesses sowie Förderunterricht (Unterrichtsvertiefung). Ebenso werden kulturelle Unterschiede thematisiert und kultursensible Unterrichtseinheiten angeboten. Darüber hinaus werden die Teilnehmer*innen in Form sozialpädagogischer Betreuung wie auch psychosozialer Beratung unterstützt. Die Betreuung und Beratung beinhaltet Einzelgespräche, die ressourcenorientiert den individuellen Unterstützungsbedarf ermitteln, Unterstützungsangebote entwickeln sowie biographisch-kulturelle Problembelastungen thematisieren und bearbeiten, gefolgt von Gruppen- und Lernangeboten, Unterstützung bei der beruflichen Anschlussperspektive und Begleitung zu Behörden (Ausländerbehörde etc.). Die kooperierenden Pflegeeinrichtungen bekommen zusätzliche Praxisbegleitung, Unterstützung in Krisensituationen und bei der kultursensiblen Arbeit im Team. Dazu werden individuelle Austausch- und Fördergespräche mit den Praxisstellen und den Teilnehmer*innen durchgeführt. Zudem erhalten sie die Möglichkeit, durch die Qualifizierung von Geflüchteten dem eigenen Fachkräftemangel entgegenzutreten und die Kultursensibilität in ihrer Einrichtung zu stärken.

Kontakt

Sonja Driebold
Referentin für ambulante und stationäre Pflege
Tel.: 069 7947-6266
sonja.driebold(at)diakonie-hessen.de

Dr. Martin Niederauer
Referent für Fachkraftsicherung in der Pflege
Tel.: 069 7947-6207
martin.niederauer(at)diakonie-hessen.de