Diakoniesonntag 2019

Vorwort der Arbeitshilfe zur Gestaltung eines Gottesdienstes

„Jeder möchte lange leben, aber niemand möchte alt werden.“ Diese Worte des irischen Schriftstellers Jonathan Swift („Gullivers Reisen“) sind heute noch so wahr, wie Anfang des 18. Jahrhunderts,  als sie entstanden. Alt werden ging und geht mit dem Verlust körperlicher Kräfte einher und immer öfter auch mit Armut und Einsamkeit. Allein in Hessen ist die Armutsgefährdungsquote der über 65-Jährigen in den vergangenen sieben Jahren von 11,6 Prozent auf 14,1 Prozent gestiegen. Der Grund für diesen Trend liegt u.a. in sich verändernden Erwerbsbiographien, in denen prekäre Arbeitsverhältnisse eine immer größere Rolle spielen und in steigenden Lebenshaltungskosten. Die lustigen Rentner*innen, die ihren Lebensabend unter Palmen genießen, sind eher die Ausnahme, während immer mehr Menschen im Alter zurückgezogen leben und sich nur das Nötigste leisten können. Dabei sind Frauen noch häufiger betroffen als Männer. Nur ein kleiner Prozentsatz beantragt Grundsicherung im Alter. Armut findet überwiegend im Verborgenen statt.

Alt, arm, einsam – so lautet für viele die bedrohliche Prognose für die Zukunft. Der Prophet Sacharja entwirft ein Gegenbild: „Es sollen hinfort wieder sitzen auf den Plätzen Jerusalems alte Männer und Frauen, jeder mit seinem Stock in der Hand vor hohem Alter, und die Plätze der Stadt sollen voll sein von Knaben und Mädchen, die dort spielen.“ (Sach 8,4+5) Das zukünftige Friedensreich, von dem der Prophet träumt, macht sich daran fest, dass Jung und Alt gemeinsam im öffentlichen Raum Zeit verbringen. Ausgehend von dieser Vision will die diesjährige Arbeitshilfe zum Diakoniesonntag
dazu anregen, die Armut im Alter zum Thema in unseren Kirchen zu machen und die Augen zu öffnen für ein Problem, das längst in unseren Gemeinden angekommen ist. Und sie will dazu anregen, Wege zu suchen, dass sich eine Vision, wie die des Sacharja, erfüllen kann.

Die vollständige Arbeitshilfe können Sie hier herunterladen.