© Peter Bongard / Diakonie Hessen

Wer heute am Sozialstaat spart, zahlt morgen drauf

Diakonie Hessen zu geplanten Sozialkürzungen

23.04.2026

„Streichliste“ der Koalition sieht massive Kürzungen im Sozialbereich vor

Die aktuell in den Medien diskutierte „Streichliste“ der Koalition sieht massive Kürzungen im Sozialbereich vor. In einer Arbeitsgruppe aus Bund, Ländern und Kommunen sollen mehr als 70 drastische Vorschläge beraten worden sein, die vor allem zulasten von Alleinerziehenden, Kindern, Jugendlichen und Menschen mit Behinderungen gehen. Insgesamt stehen Einschnitte von über 8,6 Milliarden Euro im Raum. Die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege wurden bislang nicht einbezogen. Die Diakonie Hessen mahnt zu besonnenem Handeln und bietet ihre Expertise im Reformprozess an. Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen, sagt dazu: „Unser Sozialstaat ist in einer hoch angespannten Lage. Ein „Weiter so“ kann es nicht geben. Dafür sind die Lücken im Haushalt von Bund und Land und die Belastungen der Kommunen zu groß. Gleichzeitig sehen wir bei vielen Menschen steigende Unterstützungsbedarfe. Umso wichtiger ist deshalb jetzt kluges und verantwortungsvolles Handeln.“

Kurzfristige Einsparungen verursachen langfristig hohe Folgekosten

„Unser Sozialsystem ist kein reiner Kostenfaktor“, sagt Carsten Tag weiter. „Teilhabe und faire Bildungschancen sind Grundvoraussetzungen für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Demokratie. Wer heute an den Schwächsten spart, zahlt morgen drauf. Prävention senkt langfristig hohe Folgekosten. Jeder Euro im Sozialstaat ist eine Investition in die Zukunft. Sonst drohen Fachkräftemangel, steigende Gesundheits- und Sozialausgaben und wachsende Risiken für unsere Demokratie.“

Gemeinsam stark für den Sozialstaat: Diakonie Hessen verlässliche Partnerin der Politik

Carsten Tag macht deutlich, dass die Diakonie Hessen offen für Reformen ist: „Unsere Gesellschaft hat sich verändert. Es fehlen Familienzusammenhalt, Nachbarschaft, soziale Netze und Fachkräfte. Wir brauchen weniger Bürokratie, belastbare Finanzierung und effizientere Strukturen und Prozesse, die langfristig tragen. Als Diakonie sind wir verlässliche Partnerin im Zusammenspiel von Land, Kommunen und freien Trägern. Diese Zusammenarbeit basiert auf dem subsidiären Prinzip, einer tragenden Säule unseres Sozialstaats. Sie darf nicht kurzfristigen Sparzwängen oder polemischen Debatten geopfert werden. Auch die Wirtschaft braucht ein funktionierendes Sozialwesen.“

Die Diakonie Hessen appelliert an Sozialministerin Heike Hofmann und die hessischen Bundestagsabgeordneten, auf Menschlichkeit und Nachhaltigkeit zu setzen. Carsten Tag betont: „Wir brauchen langfristige Lösungen und einen offenen Dialog. Wir als Diakonie Hessen stehen als verlässliche Partnerin an der Seite der Politik. Zusammen mit unseren Mitgliedern tragen wir den Sozialstaat täglich an der Basis. Unsere Expertise bringen wir gerne ein. Lassen Sie uns gemeinsam den Sozialstaat zukunftsfähig weiterentwickeln.“

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