© Peter Bongard / Diakonie Hessen
Jahresempfang der Diakonie Hessen

Sozialstaat braucht Reformen mit den Menschen, nicht über ihre Köpfe hinweg

20.08.2026

"Gemeinsam. Für Menschen. Aus Verantwortung"

Die Zukunft des Sozialstaates und die Forderung nach tragfähigen Reformen aus der Praxis heraus standen im Mittelpunkt des Jahresempfangs der Diakonie Hessen in Wiesbaden. Unter dem Motto „Gemeinsam. Für Menschen. Aus Verantwortung.“ brachte die Diakonie Hessen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Diakonie, Kirche, Wohlfahrtspflege und Zivilgesellschaft zusammen, um über die aktuelle Situation und Zukunftsperspektiven des Sozialstaats ins Gespräch zu kommen.

Den Auftakt bildete eine Impulsrunde mit Heike Hofmann, Hessische Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales,  Armin Schwarz, Hessischer Minister für Kultus, Bildung und Chancen, Prof. Dr. Christian Raible, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, Prof. Dr. Beate Hofmann, Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, sowie Ulrike Scherf, stellvertretende Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Gemeinsam diskutierten sie über aktuelle sozialpolitische Fragestellungen und Herausforderungen.

„Soziale Ausgaben sind Zukunftsinvestitionen. Ein leistungsfähiger Sozialstaat ist kein Kostenfaktor, sondern Voraussetzung für Freiheit, wirtschaftlichen Wohlstand und gesellschaftlichen Zusammenhalt.“, betonte Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen im Zuge der Gesprächsrunde.

Ausgangspunkt der Diskussion waren sozialpolitische Thesen und Impulse der Diakonie Hessen. Sie griffen Themen auf, die die sozialen Einrichtungen und Dienste täglich beschäftigen: die Zukunft der sozialen Infrastruktur, die Sicherung von Teilhabe, die Finanzierung von Pflege und Gesundheit, die Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und Familien sowie die Rolle von Freiwilligendiensten und Ehrenamt. Die Impulse machten deutlich: Reformen sind notwendig, dürfen aber nicht zulasten der Menschen gehen, die auf Unterstützung angewiesen sind.

Carsten Tag appellierte, die Expertise der freien Wohlfahrtspflege stärker in politische Reformprozesse einzubeziehen: „Wir wissen, dass unser Sozialstaat vor großen Herausforderungen steht und Reformen notwendig sind. Doch tragfähige Lösungen entstehen nicht am Schreibtisch, sondern aus der Erfahrung der Praxis. Die Diakonie und ihre Mitglieder erleben jeden Tag, was Menschen brauchen, wo Unterstützung wirkt und wo Systeme an ihre Grenzen stoßen. Deshalb müssen Diakonie und Kirche gemeinsam mit der Politik an der Zukunft des Sozialstaats arbeiten. Reformen ja, aber nicht zulasten der Menschen.“

Die Diakonie Hessen verstehe sich dabei als konstruktive Partnerin von Politik und Gesellschaft. Als Verband von mehr als 450 Mitgliedseinrichtungen verfüge sie über umfangreiche Erfahrung aus der sozialen Praxis und bringe diese bewusst in gesellschaftliche und politische Debatten ein. Die beim Jahresempfang vorgestellten Themen und Positionen sollen dazu beitragen, die Perspektive der Menschen und der sozialen Arbeit in die laufenden Reformdiskussionen einzubringen. Die Veranstaltung knüpfte damit an die aktuellen Debatten um die Zukunft der sozialen Infrastruktur und die Weiterentwicklung des Sozialstaats an.

Im Anschluss an die Gesprächsrunde nutzten die Gäste die Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Unter ihnen waren zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Landesregierung und Landtag, den Kirchen, der freien Wohlfahrtspflege sowie Mitgliedsorganisationen der Diakonie Hessen. So entstanden zahlreiche Gespräche über die Zukunft sozialer Angebote, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die gemeinsame Verantwortung für einen handlungsfähigen Sozialstaat. Die Diakonie Hessen kündigte an, diesen Dialog auch über den Jahresempfang hinaus fortsetzen zu wollen.

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