Illustration für Demokratie
© Diakonie / Francesco Ciccolella
Umfrage unter Einrichtungen und Diensten der Freien Wohlfahrt

Soziale Infrastruktur am Limit: Diakonie Deutschlands warnt vor Folgen für Hilfesuchende

25.02.2026

 

Eine aktuelle Umfrage unter Einrichtungen und Diensten der Freien Wohlfahrtspflege zeigt eine weitere Verschärfung der finanziellen Situation im sozialen Sektor. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass der anhaltende Ressourcenmangel nicht nur konkrete Hilfsangebote, sondern auch Möglichkeiten des freiwilligen Engagements bedroht. 

Mehr als 80 Prozent der befragten Einrichtungen und Dienste sehen sich gezwungen zu sparen – und zwar dort, wo es am meisten schmerzt: bei der Hilfe für Menschen. Jeder fünfte befragte Träger musste Angebote bereits vollständig einstellen. Weitere 45 Prozent der Befragten gaben an, dass sie in den vergangenen beiden Jahren auf Grund von Kostensteigerungen und/oder Kürzungen Angebote einschränken mussten. 
 
Dazu erklärt Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch:  
„Wenn jeder fünfte Träger bereits Angebote einstellen musste, ist das kein Warnschuss mehr, sondern ein Volltreffer ins soziale Netz. Wenn außerdem 60 Prozent der befragten Einrichtungen sagen, dass das Angebot an sozialen Diensten bei ihnen vor Ort nicht mehr ausreicht, dann sprechen wir über fehlende Pflegeplätze, geschlossene Jugendclubs und Wartelisten in der Schuldnerberatung.“ 
 
Schuch: „Wer soziale Arbeit bestellt, muss sie auch fair bezahlen. Tarifsteigerungen und Inflation lassen sich nicht wegorganisieren. Am Ende zahlen die Hilfesuchenden den Preis – durch Leistungsabbau.“ Sparen am Sozialen sei eine teure Form der Haushaltskonsolidierung, denn Armut, Pflegebedürftigkeit oder Integrationsaufgaben verschwänden nicht – sie würden durch Vernachlässigung nur größer und teurer. Schuch unterstreicht, dass sich die Diakonie der Herausforderung der Haushaltssanierung bewusst sei: „In der Diakonie fordern wir von uns selbst hohe Professionalität, wertebasiertes Handeln, Innovationskraft und Kostenbewusstsein.“ 

Hintergrund, Methodik und Stichprobe:  

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