© Diakonie Hessen / Eckhard Lieberknecht
Sexualisierte Gewalt

Grünes Licht für Anerkennungskommission im Verbund Hessen

Mitglieder stimmen für Satzungsänderung

23.01.2026

Weg für gemeinsame Anerkennungskommission frei

Auf der Mitgliederversammlung der Diakonie Hessen, die am 22. Januar in Gießen stattfand, wurde der Weg für die gemeinsame Anerkennungskommission mit den Landeskirchen freigemacht. Die Mitglieder der neu strukturierten Anerkennungskommission – sie arbeiten unabhängig und weisungsfrei – werden in den nächsten Tagen berufen und können dann ihre Arbeit aufnehmen bzw. fortsetzen.

Mitglieder stimmen vereinheitlichtem Anerkennungsverfahren zu

Die Evangelische Kirche in Deutschland und die Diakonie haben das Anerkennungsverfahren für Betroffene sexualisierter Gewalt reformiert. Entsprechend gibt es nun auch in Hessen ein neues Verfahren, für das sich die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) und die Diakonie Hessen (DH) zusammengeschlossen haben. Am Donnerstag (22. Januar) hatte auch die Mitgliederversammlung der Diakonie Hessen grünes Licht gegeben. Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen, zeigte sich erfreut über die positive Abstimmung. „Es ist ein wichtiges Zeichen, dass wir gemeinsam mit den beiden Landeskirchen weiter auf den Weg sind. Die gemeinsame Anerkennungskommission stellt die Bedürfnisse betroffener Menschen klar in den Mittelpunkt und folgt einheitlichen Standards“, so Carsten Tag.

Zukunft des Sozialstaates
In seinem satzungsgemäßen Bericht ging der Vorstandsvorsitzenden auf die Zukunft des Sozialstaates ein. „Wir sprechen beim Sozialstaat nicht über Systeme, sondern über die tägliche Arbeit bei Ihnen vor Ort,“ wandte er sich direkt an die Mitgliedsvertreter. Der Sozialstaat stehe unter Druck durch vielfältige Faktoren wie demographischer Wandel und Fachkräftemangel. Gleichzeitig steige der finanzielle Druck. Es stelle sich jedoch die Frage, ob es sich unsere Gesellschaft überhaupt leisten könne, wenn soziale Arbeit nicht rechtzeitig stattfinde. „Ohne diese Arbeit würde der soziale Druck stärker werden und die Kosten - menschlich wie finanziell - würden sich vervielfachen“, so Carsten Tag. Basis der diakonischen sozialen Arbeit seien Menschenwürde und Teilhabe: „Die Würde jedes Einzelnen wird gewahrt durch die Arbeit, die ihre Kolleginnen und Kollegen in ihren Einrichtungen vor Ort leisten. Ihre Arbeit ist somit Menschenrechtsarbeit“. Die Herausforderungen des Sozialstaates seien lösbar, aber nicht durch den Rotstift, sagte Carsten Tag und führte weiter aus: „Die Herausforderungen des Sozialstaates verlangen vielmehr strategische, systematische Investitionen, klare normative Orientierung und frühzeitiges Handeln“.

Grußwort der Hessischen Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales
Mit einem Grußwort hatte sich zu Beginn der Versammlung die hessische Staatsministerin Heike Hofmann an die Vertreter*innen der Mitgliedseinrichtungen gewandt: „Es ist von entscheidender Bedeutung, dass alle Menschen – frei von Gewalt – gleiche Chancen und Möglichkeiten erhalten und ihre Potenziale entfalten können. Gerade in Zeiten, in denen viele Gewissheiten ins Wanken geraten, braucht es Orte, an denen Zusammenhalt nicht nur beschworen, sondern gelebt wird. Die Diakonie ist ein solcher Ort. Ihre Arbeit, Ihr Engagement und Ihre Haltung sind unverzichtbar – für die Menschen in Hessen und für unser Gemeinwesen“.

HINTERGRUND

Mitgliederversammlung
Die Mitgliederversammlung ist das in der Regel einmal im Jahr tagende „Parlament" des evangelischen Wohlfahrtsverbandes. Unter anderem nimmt die Versammlung die Rechenschaftsberichte des Vorstands und des Aufsichtsrats entgegen, genehmigt die Feststellung der Jahresrechnung und wählt aus ihrer Mitte Personen in den Aufsichtsrat. Die Vorsitzenden der Mitgliederversammlung sind für fünf Jahre in ihr Amt berufen. Derzeit stehen Ernst Walter Görisch als Vorsitzender und Katrin Wienold-Hocke als Stellvertreterin als Versammlungsleitung an der Spitze.

Aufsichtsrat Diakonie Hessen
Den Vorsitz im Aufsichtsrat der Diakonie Hessen hat Pfarrer Maik Dietrich-Gibhardt zusammen mit Dekanin Dr. Dorette Seibert als Stellvertreterin. Neben der Aufsichtsfunktion über die Arbeit des Vorstands bestimmt das Gremium die Richtlinien der diakonischen Arbeit. Dem Aufsichtsrat gehören Vertreter*innen der Mitglieder der Diakonie Hessen, der Evangelischen Kirchen in Hessen und Nassau und Kurhessen-Waldeck sowie dem Gesamtausschuss der Mitarbeitervertretungen an.

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