KI-Roboter begeistert Landtagspräsidentin
08.07.2026
Technik, die Begegnungen ermöglicht
Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Diakonie Hessen besucht die Landtagspräsidentin das EVIM Seniorenzentrum Walluf, um den KI-gestützten Assistenzroboter erstmals im praktischen Einsatz zu erleben. Bereits im Mai war das Pilotprojekt beim Besuch im Ludwig-Eibach-Haus vorgestellt worden. Nun wollte Astrid Wallmann erleben, wie sich Künstliche Intelligenz tatsächlich in den Alltag einer Pflegeeinrichtung einfügt. „Pflege ist ein Thema, das uns alle betrifft – umso mehr in Zeiten einer älter werdenden Gesellschaft“, sagt sie. „Deshalb brauchen wir gute und innovative Lösungen.“
Seit dreieinhalb Wochen gehört „Max“ zum Alltag des Seniorenzentrums Walluf. Als erstes EVIM-Seniorenzentrum und eine der ersten stationären Pflegeeinrichtungen Hessens setzt die Einrichtung den sozialen Roboter des Unternehmens Navel Robotics ein. Ermöglicht wurde die Anschaffung über Spenden in Höhe von rund 35.000 Euro.
Dabei ist schnell klar: Im Mittelpunkt steht nicht die Technik, sondern der Mensch. „'Max' ist ausdrücklich kein Pflege- oder Assistenzroboter und ersetzt keine Mitarbeitenden“, betont Ilka Müller, Geschäftsführerin der EVIM gGmbH im Bereich Altenhilfe. „Er soll zusätzliche Impulse für Betreuung und soziale Teilhabe geben. Wenn Mitarbeitende und Bewohner gleichermaßen von seinem Einsatz profitieren, haben wir unser Ziel erreicht.“
Ob Gedächtnistraining, Musik, Gedichte, Sprichwörter oder biografische Gespräche – der Roboter liefert Impulse, stellt Fragen, erinnert sich an Gesprächsinhalte und unterstützt Betreuungskräfte dabei, Gruppen- und Einzelangebote lebendig zu gestalten. Die Verantwortung bleibt dabei jederzeit in den Händen der Mitarbeitenden.
Die ersten Erfahrungen zeigen bereits, dass „Max“ Betreuungskräfte spürbar entlasten kann. Gesprächsrunden müssen nicht mehr aufwendig vorbereitet werden. Statt Material zusammenzustellen, können sich Mitarbeitende stärker auf die Menschen konzentrieren. Gleichzeitig entstehen neue Gesprächsanlässe, die Erinnerungen wecken und soziale Teilhabe fördern. Für Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen, weist das Projekt weit über Walluf hinaus. „Der Empathie-Roboter Max zeigt, welches Zukunftspotenzial in der Pflege steckt: Digitale Technologien können Pflegekräfte entlasten und mehr Teilhabe ermöglichen. Damit solche Ansätze wirken, müssen Erfahrungen aus der Praxis gebündelt und in eine verbindliche Strategie überführt werden. Digitalisierung ist kein Zusatz, sondern zentral für eine zukunftsfeste Pflege – und braucht verlässliche Finanzierung.“
Auch EVIM versteht das Pilotprojekt als Auftakt für weitere Digitalisierungsschritte. Sprachgestützte Dokumentation, intelligente Gebäudetechnik oder Service- und Reinigungsrobotik sind Beispiele für Entwicklungen, die künftig den Arbeitsalltag erleichtern können, berichtet Ilka Müller. „Wenn diese Vorhaben dem Menschen sichtbar und erkennbar dienen, ist es gut investiertes Geld,“ sagte EVIM Vorstand Jörg Wiegand.
Am Ende des Besuchs bleibt vor allem eines in Erinnerung: die offene Atmosphäre, die vielen interessierten Fragen und die Freude darüber, gemeinsam Neuland zu betreten. Immer wieder geht es an diesem Vormittag um die gleiche Erkenntnis: Künstliche Intelligenz entfaltet ihren größten Nutzen dort, wo sie Menschen nicht ersetzt, sondern Begegnungen ermöglicht.
Oder, wie Astrid Wallmann es beim Abschied formuliert: „Das ist ein echtes Highlight.“
(Text: evim/hk)