Impulse für Teilhabe im ländlichen Raum
Perspektiven für mehr soziale Teilhabe im ländlichen Raum entwickeln und den fachlichen Austausch stärken!
01.06.2026
Unter dem Motto „Würde. Wege. Wir.“ kamen am Donnerstag zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Diakonie, Kirche, Wissenschaft und Zivilgesellschaft in der Stadtkirche Homberg/Efze zum diesjährigen Forum Diakonische Kirche zusammen. Ziel der Veranstaltung war es, Perspektiven für mehr soziale Teilhabe im ländlichen Raum zu entwickeln und den fachlichen Austausch zu stärken.
In ihrem Einstiegsvortrag unter dem Titel „Impulse für echte Teilhabe im ländlichen Raum“ erläuterte Dr. Melanie Hartmann (Referentin für Armutspolitik, Diakonie Hessen) erste Ergebnisse des Forschungsprojektes „Armut in allen Facetten – Armut auf dem Land“ von der Diakonie Hessen und der Evangelischen Hochschule Hessen. Sie verwies darauf, dass Armut im ländlichen Raum häufig weniger sichtbar ist als in Städten, für die Betroffenen jedoch gravierende Folgen für soziale, kulturelle und wirtschaftliche Teilhabe mit sich bringt. Neben materiellen Einschränkungen wurden insbesondere Defizite in der Erreichbarkeit von Unterstützungsangeboten, Mobilitätsbarrieren sowie die oftmals unzureichende soziale Infrastruktur als besondere Herausforderungen benannt. Die Beiträge machten deutlich, dass Armut im ländlichen Raum differenzierte und ortsbezogene Antworten erfordert. Notwendig sind verlässliche Unterstützungsangebote, erreichbare Beratungs- und Versorgungsstrukturen sowie eine stärkere öffentliche und politische Sensibilität für die Lebenslagen armutsbetroffener Menschen. Das Forum unterstrich damit die Bedeutung gemeinsamer Verantwortung von Kirche, Sozialverbänden, Politik und Zivilgesellschaft, um Teilhabechancen zu sichern und soziale Gerechtigkeit auch in ländlichen Regionen nachhaltig zu stärken.
Workshops, Podiumsdiskussion und Vernetzung
Im Anschluss diskutierten die Teilnehmenden in Workshops zu den Themen Einsamkeit, Wohnen und Sozialraumorientierung konkrete Ansätze für die Praxis. Eine Podiumsdiskussion bündelte die unterschiedlichen Perspektiven und machte deutlich, dass die Herausforderungen vielfältig sind, zugleich aber zahlreiche innovative Lösungsansätze bestehen. Das Diakonische Forum bot darüber hinaus Raum für Vernetzung und Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren. Ziel ist es, gemeinsam Wege zu entwickeln, die soziale Teilhabe stärken und neue Impulse für diakonisches Handeln setzen.
Die Veranstaltung fand im Rahmen des Jubiläums „500 Jahre Reformation in Hessen – Homberger Synode 1526“ statt und wurde von mehreren Partnern aus Kirche, Diakonie und Wissenschaft gemeinsam getragen.