Tarifautonomie sichern – soziale Infrastruktur in Rheinland-Pfalz schützen
12.06.2026
Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Rheinland-Pfalz warnt davor, die Refinanzierung tariflicher Personalkosten zu begrenzen. Die aktuellen Vorhaben im Pflegebereich sind ein alarmierendes Signal für die gesamte soziale Infrastruktur. Wer tarifliche Vergütungen zulässt, ihre Refinanzierung aber deckelt, gefährdet auf Dauer verlässliche soziale Angebote.
Tarifautonomie ist ein hohes Gut. Tarifpartner tragen Verantwortung für Beschäftigte, Einrichtungen und die Menschen, die auf soziale Unterstützung angewiesen sind. Ihnen darf nicht pauschal unterstellt werden, keine wirtschaftlich tragfähigen Abschlüsse erzielen zu können. Verantwortungsvolle Tarifverhandlungen sind kein Treiber einer unkontrollierten Preisdynamik.
Eine Begrenzung der Refinanzierung auf die Grundlohnsummenentwicklung löst die strukturellen Finanzierungsprobleme nicht. Die Grundlohnrate bildet aktuelle Tarifentwicklungen nur zeitverzögert ab und greift auch deshalb zu kurz, weil soziale Einrichtungen zugleich steigende Sach-, Energie- und Sozialversicherungskosten tragen müssen. Bleiben unvermeidbare Kostensteigerungen ungedeckt, entstehen Finanzierungslücken, die sich von Jahr zu Jahr vergrößern.
Die Folgen reichen weit über einzelne Einrichtungen hinaus. Soziale Dienste sind Teil der Daseinsvorsorge: Pflege und Unterstützung im Alter, Angebote für Menschen mit Behinderungen, Kinder- und Jugendhilfe, Beratungsstellen, Hilfen für Familien sowie zahlreiche weitere Dienste sichern gesellschaftliche Teilhabe und Zusammenhalt in Rheinland-Pfalz.
Die aktuelle Debatte darf nicht zum Präzedenzfall werden. Wer die Refinanzierung tariflicher Personalkosten infrage stellt, gefährdet nicht nur einzelne Angebote, sondern die Stabilität unserer sozialen Infrastruktur. Gute soziale Arbeit braucht qualifizierte Mitarbeitende. Und qualifizierte Mitarbeitende brauchen verlässliche Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung“, betont Albrecht Bähr, Vorsitzender der LIGA.
Die LIGA fordert Bund und Länder auf, die Tarifautonomie zu achten und tarifliche sowie tarifähnliche Personalkosten dauerhaft, vollständig und verlässlich zu refinanzieren. Einsparungen zulasten der Beschäftigten und der sozialen Infrastruktur sind keine nachhaltige Antwort auf die finanziellen Herausforderungen der sozialen Sicherungssysteme.
Zur LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Rheinland-Pfalz e.V.:
Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Rheinland-Pfalz e.V. ist der Zusammenschluss der fünf Verbandsgruppen – Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Diakonie, Deutsches Rotes Kreuz und der Paritätische – zu einem Spitzenverband auf Landesebene. Die Verbandsgruppen stellen gemeinsam über 10.000 soziale Einrichtungen und Dienste mit mehr als 175.000 Beschäftigten. Zusätzlich engagieren sich weit mehr als 40.000 Ehrenamtliche in den Wohlfahrtsverbänden in Rheinland-Pfalz. Die LIGA setzt sich für soziale Gerechtigkeit, Integration und den Schutz benachteiligter Menschen ein.
Kontakt:
Albrecht Bähr, Vorsitzender der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Rheinnland-Pfalz e.V.
Daniel Kieslinger, Geschäftsstelle der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Rheinland-Pfalz e.V.
Telefon: 06131 888 2953 E-Mail: info@liga-rlp.de