LIGA RLP sieht Chancen im Koalitionsvertrag
Richtige Themen von der Politik benannt - praxisnahe und zügige Umsetzung gefordert.
05.05.2026
Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Rheinland-Pfalz bewertet den Koalitionsvertrag von CDU und SPD als sozialpolitisch anschlussfähig – erwartet nun aber eine zügige und praxisnahe Umsetzung. Kita, Kinderschutz, Wohnungslosenhilfe, Pflege, Fachkräftesicherung, Migration und Bürokratieabbau werden im Vertrag sichtbar aufgegriffen.
„Der Koalitionsvertrag benennt viele richtige Themen. Jetzt kommt es darauf an, dass die soziale Praxis von Anfang an beteiligt wird“, sagt Albrecht Bähr, Vorsitzender der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Rheinland-Pfalz. „Die Freie Wohlfahrtspflege ist nah bei den Menschen – in Kitas, in Beratungsstellen, in der Jugendhilfe, in der Integration, in der Pflege und im Gewaltschutz. Wer soziale Politik wirksam machen will, muss diese Erfahrung nutzen und aktiv mit einbeziehen.“
Positiv bewertet die LIGA insbesondere die angekündigten Schritte bei Quartierspflege, Kinderschutzstrategie, Novellierung des Kita- Gesetzes, Housing First, Armutsprävention und Fachkräftesicherung. Auch der angekündigte Bürokratieabbau und die Digitalisierung von Verwaltungsverfahren können spürbare Entlastung bringen – wenn sie gemeinsam mit Trägern und Nutzerinnen und Nutzern entwickelt werden.
„Der Vertrag setzt positive Signale und schwenkt nicht auf den Trend ein, am Sozialen sparen zu wollen, ist aber noch kein fertiger Fahrplan“, erklärt Daniel Kieslinger, Geschäftsführer der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Rheinland-Pfalz. „Wir brauchen jetzt konkrete Umsetzungsschritte, klare Beteiligung und den Mut, soziale Infrastruktur aktiv weiterzuentwickeln.“
Mit Blick auf die bundespolitischen Debatten um Sozialstaat, Migration, Fachkräfte und Entbürokratisierung mahnt die LIGA, soziale Fragen nicht gegeneinander auszuspielen. Rheinland-Pfalz könne zeigen, dass Ordnung, Humanität, wirtschaftliche Stärke und sozialer Zusammenhalt zusammengehören.
„Gerade in unruhigen Zeiten ist die Freie Wohlfahrtspflege ein Stabilitätsanker“, so Bähr. „Der Koalitionsvertrag enthält dafür Anknüpfungspunkte. Jetzt muss daraus verlässliche Politik für die Menschen im Land werden.“
Die LIGA bietet der neuen Landesregierung eine konstruktive Zusammenarbeit an – insbesondere bei sozialräumlicher Entwicklung, Kita, Kinderschutz, Integration, Fachkräftesicherung, Armutsprävention und der Weiterentwicklung sozialer Beratungsstrukturen.