© Aktionsbündnis Kindeswohl in Schleswig-Holstein

Aktionsbündnis Kindeswohl in Hessen gegründet

Diakonie Hessen setzt sich mit 21 weiteren Institutionen und Sozialunternehmen für eine bessere Kinder und Jugendhilfe ein

08.10.2026


Die Lage in der ambulanten und stationären Betreuung von Kindern und Jugendlichen ist prekär. So sehen es 22 Unternehmen, Stiftungen und Vereine in Hessen, darunter die Diakonie Hessen. Sie haben sich jetzt zu einem Aktionsbündnis „Kindeswohl in Hessen“ zusammengeschlossen und setzen sich für eine bessere Versorgung der jüngsten Menschen im Bundesland ein. 

Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen: „Wie wir mit Kindern und Jugendlichen umgehen, sagt viel über den Zustand unserer Gesellschaft aus. Unsere Demokratie lebt vom gesellschaftlichen Zusammenhalt, davon, dass individuelle Rechte geschützt und soziale Unterschiede ausgeglichen werden. Gerade Kinder und Jugendliche haben einen Anspruch auf die bestmögliche Förderung und auf wirksamen Schutz – unabhängig davon, in welche Lebensverhältnisse sie hineingeboren werden.  Die Einrichtungen und Dienste der Kinder- und Jugendhilfe begleiten junge Menschen und Familien oft in besonders belastenden Situationen. Sie geben Halt, schaffen Perspektiven und verhindern, dass Krisen zu dauerhaften Benachteiligungen werden. Diese Arbeit ist unverzichtbar für eine solidarische Gesellschaft. Gerade vor dem Hintergrund knapper werdender finanzieller Mittel und des Fachkräftemangels brauchen wir eine konstruktive, interdisziplinäre Zusammenarbeit und eine gemeinsame Verantwortung von öffentlichen und freien Trägern. Es geht darum, vorhandene Ressourcen so einzusetzen, dass sie den Kindern und Jugendlichen zugutekommen, die besonders auf Unterstützung angewiesen sind. Die ambulante und stationäre Kinder- und Jugendhilfe leistet dafür unverzichtbare Arbeit. Deshalb ist es aus Sicht der Diakonie Hessen ein wichtiges Zeichen, dass sich verbandsübergreifend Träger der Kinder- und Jugendhilfe im Aktionsbündnis Kindeswohl zusammenschließen. Bei den Rechten von Kindern und Jugendlichen darf nicht gespart werden. Ein starker Sozialstaat ist kein Kostenfaktor, sondern die Grundlage für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Er sorgt dafür, dass Menschen auch in schwierigen Lebenslagen nicht allein gelassen werden. Die Diakonie Hessen engagiert sich deshalb gerne als Gründungsmitglied im Aktionsbündnis Kindeswohl Hessen.“

Die Bedarfe in der hessischen Kinder- und Jugendhilfe sind groß und stetig gewachsen
„Immer komplexere Herausforderungen treffen auf immer weniger fachliches Personal in der Kinder- und Jugendhilfe. Rund 95.000 junge Menschen sind laut Statistischem Landesamt ambulant wie stationär in Hessen betroffen. Die Sozialleistungen werden zu Lasten des jüngsten Teils der Bevölkerung gekürzt. Wir müssen handeln und haben deshalb ein Aktionsbündnis gegründet“, erläutert Klaus Friedrich, Geschäftsführer der EVIM in Wiesbaden, einer der drei Sprecher des Aktionsbündnis Kindeswohl in Hessen.

Die Mitglieder:
Das Aktionsbündnis Kindeswohl in Hessen setzt sich aus Sozialunternehmen, Stiftungen und Vereinen zusammen, allesamt Träger*innen von Leistungen der Hilfen zur Erziehung: 
Albert-Schweitzer-Kinderdorf Hessen e. V., Caritasverband Frankfurt e. V., Diakonie Hessen e. V., Deutsches Rotes Kreuz Landesverband Hessen e. V., Evangelische Stiftung Arnsburg, Evangelischer Verein für Kinder- und Jugendhilfe Rhein-Main e.V., EVIM gGmbH, Evenius Sonnenstraße GmbH, Haus am Kirschberg - Hilfe für das verlassene Kind e. V., Haus Hohensolms gGmbH, Hephata Hessisches Diakoniezentrum e. V., IB Südwest gGmbH, Mission Leben gGmbH, Pädagogische Perspektiven e. V., Reinhard von den Velden’sche Stiftung - Kinderheimat Reinhardshof, Schottener Soziale Dienste gGmbH, St. Elisabeth-Verein e. V., Stiftung Kurhessisches Diakonissenhaus Kassel, Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie, Theresien Kinder- und Jugendhilfe und St. Josephshaus e.V., Verein zur Unterstützung von Mädchen* in Not e. V., Verein für Jugendhilfen Leppermühle e. V.

Fünf Kernforderungen
In zwei Treffen haben wir schnell Einigkeit erzielt. Wir haben fünf Kernforderungen formuliert. Ihre Umsetzung würden die Lage der Kinder- und Jugendbetreuung nachhaltig verbessern“, erläutert Christian Scharfe, Fachreferent für das Albert-Schweitzer-Kinderdorf Hessen e. V., ebenfalls Sprecher des Aktionsbündnisses. Die Forderungen lauten:

„Wir haben lösungsorientierte Vorschläge in unserem Aktionsbündnis erarbeitet, wollen diese nun konsequent den kommunalen politischen Entscheidungsgremien präsentieren und setzen auch auf eine höhere Sichtbarkeit des Themas in der allgemeinen Öffentlichkeit“, ergänzt Dr. Felix Blaser, Vorstand der Stiftung Arnsburg, ebenfalls Sprecher des Aktionsbündnisses.

Auch der Kontakt auf bundespolitischer Ebene wird gesucht. Ein parlamentarischer Abend im Deutschen Bundestag in Zusammenarbeit mit dem Aktionsbündnis Kindeswohl in Schleswig-Holstein und der Schirmherrschaft von zwei SPD-Bundestagsabgeordneten aus den Kreisen Nordfriesland und Lahn-Dill ist am 24. November 2026 geplant.

Im Bild oben zu sehen v.l.n.r.:
Dr. Felix Blaser (Ev. Stiftung Arnsburg), Melanie Schenk (Pädagogische Perspektiven e. V.), Klaus Friedrich (EVIM), Andrea Thiemann (Diakonie Hessen), Matthias Colloseus (Caritas Frankfurt), Christian Scharfe (Albert-Schweitzer-Kinderdorf Hessen), Thomas Waldner (twkom)   

Weitere Informationen

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