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Pressemitteilung

Forsa-Umfrage zu sozialen Angeboten: Mehrheit für Gemeinwohl statt Gewinnorientierung

Eine aktuelle Forsa-Umfrage zeigt: Die Menschen setzen bei sozialen Angeboten auf das Zusammenspiel von Staat und gemeinnützigen Trägern. Werteorientierung, Transparenz und Gemeinnützigkeit sind für viele wichtiger als wirtschaftliche Interessen.

 

Wenn es um soziale Infrastruktur wie Kinderbetreuung, Altenpflege und -hilfe oder Beratung in Krisen geht, lehnt die Bevölkerung in Deutschland radikale Einheitslösungen ab. Das geht aus einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Diakonie Deutschland hervor. Für die Region Mitte, zu der laut Forsa die Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland gehören, fordern demnach fast die Hälfte der Befragten (49 Prozent) ausdrücklich ein Zusammenspiel verschiedener Träger (zu den bundesweiten Zahlen). Ein gutes Drittel (35 Prozent) sieht die Hauptverantwortung für die Erbringung solcher Leistungen beim Staat. Elf Prozent sprechen sich in dieser Region primär für freie gemeinnützige Organisationen aus. Eindeutig fällt das Urteil über kommerzielle Anbieter aus: Lediglich drei Prozent der Menschen möchten soziale Leistungen vorrangig privaten Unternehmen überlassen. Die Erwartung der Bevölkerung richtet sich damit klar auf gemeinwohlorientierte Strukturen.

Für die Diakonie sind die Ergebnisse ein klares Zeichen, dass die Menschen in Deutschland sich bei sozialen Aufgaben kein Entweder-oder zwischen Staat und freien, gemeinnützigen Trägern, sondern ein starkes Miteinander wünschen. „Die Menschen sprechen sich klar für die Vielfalt der Träger im Sozialstaat aus“, sagt Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen. „Sie wollen keinen Rückzug des Sozialstaats. Öffentliche und freie Träger sollen gemeinsam Verantwortung übernehmen. Den Menschen sind Werte wie Transparenz und Gemeinnützigkeit wichtiger als Gewinnorientierung. Sie vertrauen der freien Wohlfahrt und erwarten verlässliche Hilfen, die nah am Menschen sind und von klaren Werten getragen werden.“ 

 

Transparenz und Werte zählen mehr als Wirtschaftlichkeit

Die Umfrage macht auch deutlich, welche Kriterien für das Vertrauen der Menschen entscheidend sind. So legen 72 Prozent der Befragten in Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland besonderen Wert darauf, dass Träger transparent über ihre Arbeit informieren. 69 Prozent wünschen eine Orientierung an klaren Werten. Für 53 Prozent ist es wichtig, dass die Anbieter gemeinnützig arbeiten. Carsten Tag: „Die Menschen erwarten eine klare Haltung der Träger. Auch dafür steht die Diakonie. Unsere Arbeit orientiert sich an christlichen Werten und an den Bedürfnissen der Menschen. Diese Haltung prägt unser Handeln jeden Tag in Beratung, Pflege, Betreuung und Begleitung.“ 

 

Freie Wohlfahrtspflege fest im Alltag verankert: Fast jede zweite Familie hat Erfahrungen mit freien Trägern gemacht

Die Erfahrung mit Angeboten freier, gemeinnütziger Träger ist in der Bevölkerung weit verbreitet, vor allem bei der Gruppe der 30- bis 59-Jährigen (46 Prozent). Angesichts der Bandbreite von der Kita über die Beratungsstelle bis zur Pflege zeigt das die Alltagsnähe der Freien Wohlfahrtspflege. Bundesweit wurde in Haushalten mit Kindern weit häufiger ein Angebot freier Träger genutzt (55 Prozent) als in Haushalten ohne Kinder (40 Prozent).

In Zeiten knapper Kassen und einschneidender Reformen sendet die Umfrage zugleich ein Signal an die Politik. „Die Menschen wollen einen Sozialstaat, der Verantwortung übernimmt und auf starke Partner baut, die Menschen in Not unterstützen“, sagt Carsten Tag abschließend. „Sie schätzen den Beitrag gemeinnütziger Träger und vertrauen auf das bewährte Zusammenspiel von Staat und Freier Wohlfahrtspflege. Bei den anstehenden Reformen des Sozialstaats sollte diese Zusammenarbeit gestärkt statt zurückgedrängt werden. Denn soziale Unterstützung ist kein reiner Kostenfaktor, sondern zugleich Investition in Zusammenhalt, Demokratie und eine lebenswerte Zukunft für alle.“

 

Hinweis:

Die repräsentative Umfrage zum Thema „Erwartungen an soziale Träger“ wurde von forsa – Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH im Auftrag der Diakonie Deutschland durchgeführt. Befragt wurden 2.000 Personen ab 18 Jahren, die nach einem systematischen Zufallsverfahren ausgewählt wurden. Die Befragung wurde vom 13. bis 17. Juli 2026 telefonisch durchgeführt. Bundesweite Zahlen sind abrufbar unter: https://www.diakonie.de/wie-geht-sozialstaat-subsidiaritaet-verstehen/forsa-umfrage-soziale-traeger

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