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Pressemeldung

Hitzeschutz braucht mehr als Soforthilfen

Die Diakonie Hessen zur gestrigen Debatte im Landtag am 03.09.2026 über Hitzeschutz.

 

Der Hessische Landtag hat die Folgen zunehmender Hitze und den Schutz besonders gefährdeter Menschen am Donnerstag in den Mittelpunkt der politischen Debatte gestellt. „Die Debatte im Landtag macht deutlich: Über die Notwendigkeit von Hitzeschutz besteht heute weitgehend Einigkeit“, sagt Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen. „Jetzt kommt es auf die Umsetzung an.“ Sowohl die Diskussion über bestehende Maßnahmen der Landesregierung als auch die Forderungen nach weitergehenden Schritten zeigen: Hitze ist längst kein Ausnahmeereignis mehr, sondern eine dauerhafte Herausforderung für die Gesellschaft und insbesondere für die soziale Infrastruktur. Besonders betroffen sind ältere Menschen, pflegebedürftige Menschen, Menschen mit Behinderungen, chronisch kranke Menschen sowie Kinder. Viele von ihnen werden täglich in Einrichtungen der Diakonie Hessen und den dort arbeitenden Menschen betreut, begleitet und versorgt.

Förderprogramm bringt schnelle Entlastung

Mit dem neuen Förderprogramm „Hitzehilfe für Hessen“ stellt das Umweltministerium in den kommenden drei Jahren rund zehn Millionen Euro für die Anschaffung mobiler und teilstationärer Klimaanlagen in Pflegeeinrichtungen und Kindertagesstätten bereit. Die Diakonie Hessen unterstützt ausdrücklich die Ziele des Hessischen Hitzeaktionsplans und die Bemühungen des Landes, Einrichtungen mit Informationen, Soforthilfen durch mobile Kühlgeräte und Handlungsempfehlungen zu unterstützen. „Mobile Klimageräte können bei akuter Hitze kurzfristig spürbar entlasten“, sagt Carsten Tag.

Nachhaltiger Hitzeschutz nötig

Doch die Praxis zeigt: Hitzeschutz entscheidet sich nicht auf dem Papier, sondern in den Gebäuden und im Alltag der Einrichtungen. Viele Pflegeheime, Einrichtungen der Eingliederungshilfe, Kindertagesstätten und soziale Dienste arbeiten in Gebäuden, die einen erheblichen Sanierungsstau aufweisen und für langanhaltende Hitzeperioden nicht ausgelegt sind. Verschattung, begrünte Außenbereiche, kühlere Aufenthaltsräume, Dämmungen oder andere bauliche Anpassungen sind vielerorts notwendig, um Menschen wirksam zu schützen. „Die Einrichtungen wissen längst, was zu tun ist“, erläutert Stephanie Silber, Referentin für Nachhaltigkeit bei der Diakonie Hessen. „Die Konzepte liegen vor, die Risiken sind bekannt. Nun braucht es nach der politischen Willensbekundung einen stärkeren Fokus auf die konkrete Umsetzung und Finanzierung.“ Viele diakonische Träger stoßen bei notwendigen Maßnahmen an praktische Grenzen: fehlende finanzielle Spielräume, komplexe Förderbedingungen und Rahmenbedingungen, die oft nicht zu den Besonderheiten der gemeinnützigen, sozialen Träger passen. „Dabei ist wichtig, soziale Einrichtungen öffentlicher Träger und denen der Freien Wohlfahrt zu unterscheiden“, sagt Stephanie Silber weiter.

Soziale Infrastruktur bei Klimaanpassung mitdenken

Die Einrichtungen der Diakonie Hessen sind Teil der kritischen Infrastruktur. Von den Mitteln des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaschutz profitieren sie als Teil der Freien Wohlfahrt bislang jedoch oft nicht. „Bei der Vergabe dieser Mittel muss diese künftig stärker berücksichtigt werden. Langfristig braucht Hitzeschutz mehr als Soforthilfen“, sagt Carsten Tag abschließend. „Die Diakonie Hessen steht dem Land bei der Entwicklung nachhaltiger Lösungen gerne als Partnerin zur Seite.“

 

Kontakt für weitere Informationen

Stephanie Silber
Referentin für Nachhaltigkeit
stephanie.silber@diakonie-hessen.de

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