Starkes Signal aus Frankfurt: Tausende Menschen demonstrieren gegen Sozialabbau
„Wer heute kürzt, zahlt morgen drauf“ - Diakonie Hessen-Vorstandsvorsitzender Carsten Tag warnt vor Folgen von Einsparungen
Mit einer gemeinsamen Demonstration haben die Diakonie Hessen und ihre Mitgliedseinrichtungen zusammen mit Gewerkschaften, Sozialverbände und zivilgesellschaftliche Organisationen am Samstag, 26. September, in Frankfurt ein deutliches Zeichen gegen drohende Kürzungen im Sozialstaat gesetzt. Die Diakonie Hessen hat sich als Teil des Sozialstaatsbündnisses #NichtamMenschensparen, dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) angeschlossen, der unter dem Motto „Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente.“ zu einem bundesweiten Aktionstag in 15 Städten aufgerufen hatte. Nach Angaben der Polizei folgten dem Aufruf in Frankfurt rund 15.000 Menschen. Angeführt wurde der Demonstrationszug durch einen Autokorso mit 20 Fahrzeugen der Diakonie Hessen-Mitgliedseinrichtungen Gesellschaft für diakonische Einrichtungen (GfdE), Ev. Sozialstation Wörrstadt-Wöllstein und KONTAKT – Freie Alten- und Krankenpflege aus Frankfurt.
Carsten Tag: „Wir brauchen einen Sozialstaat, der rechtzeitig unterstützt“
Bei der Auftaktkundgebung auf dem Willy-Brandt-Platz sprach neben dem DGB-Vorsitzenden Hessen-Thüringen Michael Rudolph und weiteren auch der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Hessen Carsten Tag vor den Demonstrierenden. Er warnte vor den Folgen weiterer Einsparungen bei sozialen Angeboten und Einrichtungen. „Wer heute an Beratung, Prävention, Pflege und Teilhabe spart, zahlt morgen einen höheren Preis. Menschlich, gesellschaftlich und wirtschaftlich“, sagte Carsten Tag. „Ein starker Sozialstaat ist kein Luxus. Er ist die Grundlage dafür, dass Menschen nicht fallengelassen werden und unsere Gesellschaft zusammenhält.“ In seiner Rede verwies Carsten Tag auf die angespannte Situation vieler sozialer Einrichtungen. Beratungsstellen, Drogenhilfe, Notunterkünfte und soziale Dienste stünden finanziell zunehmend unter Druck. Gleichzeitig seien diese Angebote unverzichtbar, um Menschen in Krisen zu begleiten, Teilhabe zu ermöglichen und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. „Wir wollen keinen Sozialstaat, der erst dann handelt, wenn aus einer schwierigen Situation eine Katastrophe geworden ist. Wir brauchen einen Sozialstaat, der rechtzeitig unterstützt, schützt und neue Wege eröffnet.“
Die Demonstration führte anschließend vom Willy-Brandt-Platz durch die Frankfurter Innenstadt bis zum Opernplatz. Dort setzten die Teilnehmenden mit einer Abschlusskundgebung ihre Forderungen nach sozialer Sicherheit, guter Arbeit und verlässlichen sozialen Leistungen fort. Moderiert wurden die beiden Kundgebungen von Katharina Alborea, Referentin für Wohnungsnotfall- und Straffälligenhilfe bei der Diakonie Hessen, und Sabine Sübke, Leiterin des Landesbezirks Hessen-Thüringen der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie. Begleitet wurde die Abschlusskundgebung auf dem Opernplatz durch die Band „Revolte Tanzbein“.
Hessisches Sozialstaatsbündnis: Soziale Sicherheit stärkt Demokratie
Gemeinsam mit dem Hessischen Sozialstaatsbündnis fordert die Diakonie Hessen einen starken, gerechten und zukunftssicheren Sozialstaat. Das Bündnis warnt davor, soziale Infrastruktur durch Kürzungen dauerhaft zu schwächen. Denn soziale Sicherheit und gesellschaftliche Teilhabe sind wesentliche Voraussetzungen für gesellschaftlichen Zusammenhalt und eine starke Demokratie.