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Weltalzheimertag

Frühe Unterstützung sichert Teilhabe

21.09.2026

Zum Welt-Alzheimertag lenkt die Diakonie Hessen den Blick auf Menschen mit Demenz in unterschiedlichen Lebensphasen. Frühe Beratung, alltagsnahe Hilfen und Entlastung für Angehörige helfen, Teilhabe und Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten. Aktuelle Gesetzesvorhaben wie das Pflegeneuordnungsgesetz müssen sich daran messen lassen, ob sie diese Unterstützung sichern und stärken.

Das Motto des diesjährigen Welt-Alzheimertages lautet: „Demenz – (k)eine Frage des Alters“. Es macht deutlich: Das Alzheimer-Risiko steigt zwar mit dem Alter. Demenz kann auch Menschen im jüngeren und mittleren Lebensalter betreffen. Wer vor dem 65. Lebensjahr erkrankt, steht oft vor besonderen Fragen – etwa im Beruf, in der Familie und Partnerschaft sowie bei der finanziellen Absicherung und gesellschaftlicher Teilhabe.

Hilfe vor der Krise ansetzen

Die Diakonie Hessen sieht geplante Einschränkungen früher Leistungen im Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) kritisch. Menschen mit niedrigen Pflegegraden, beginnender Demenz, unsicherer häuslichen Versorgungssituationen oder ohne unterstützendes Umfeld sind besonders auf frühzeitige Hilfen angewiesen.  
Menschen mit beginnender Demenz und ihre Angehörigen brauchen verlässliche Beratung, niedrigschwellige Hilfen und Rahmenbedingungen, die Stabilität geben. Aktuelle Gesetzesvorhaben müssten diese Strukturen stärken, nicht schwächen, so die Diakonie Hessen.

Auch pflegende An- und Zugehörige brauchen verlässliche Beratung, Entlastung und gesellschaftliche Anerkennung. Sie übernehmen einen großen Teil der Sorgearbeit und reduzieren häufig ihre Erwerbstätigkeit. Dadurch können finanzielle Belastungen und geringere Rentenansprüche entstehen. Altersarmut droht. 

Die Diakonie Hessen fordert deshalb, Koordinierungs-, Beratungs-, Schulungs- und Entlastungsangebote dauerhaft strukturell und finanziell abzusichern. Gleichzeitig müssen Pflege, Familie und Beruf besser vereinbar sein.

Demenzfreundliche Gesellschaft schaffen

Menschen mit Demenz leben in sehr unterschiedlichen Situationen: Einige bleiben lange selbstständig und berufstätig, andere brauchen früh Unterstützung im Alltag. Manche leben in Familien, andere allein. Die Lebensrealitäten verändern sich im Verlauf der Erkrankung. Umso wichtiger ist ein respektvoller Umgang, der individuelle Bedürfnisse wahrnimmt und Ausgrenzung verhindert.
Demenz ist damit nicht allein die Herausforderung Einzelner, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Nachbarschaft, Vereine, Arbeitsstätten, Kirchengemeinden und Kommunen können dazu beitragen, Berührungsängste abzubauen und Menschen mit Demenz selbstverständlich einzubeziehen Dafür braucht es Verständnis, Offenheit und verlässliche Angebote.

Die Mitgliedseinrichtungen der Diakonie Hessen unterstützen Menschen mit Demenz dabei, möglichst lange selbstbestimmt zu leben und ihre Fähigkeiten einzubringen. Auch gewinnt Prävention an Bedeutung: Körperliche Aktivität, soziale Kontakte, geistige Anregung und die Behandlung gesundheitlicher Risikofaktoren können die Gehirngesundheit fördern. Orte der Begegnung, Bildungsangebote, Engagement Möglichkeiten und lebendige Nachbarschaften stärken Gesundheit, Teilhabe und Lebensqualität in allen Lebensphasen.

Der Welt-Alzheimertag erinnert daran, gemeinsam Verantwortung für eine demenzfreundliche Gesellschaft zu übernehmen. Dafür braucht es Rahmenbedingungen, die frühe Unterstützung ermöglichen, Angehörige stärken und Teilhabe sichern.

Kontakt

Sonja Driebold

Leitung Ressort Gesundheit, Alter, Pflege

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