Ehrenamt stärkt Demokratie
Diakonie Hessen zum Ehrentag am 23. Mai
22.05.2026
Ehrenamt öffnet Türen
Gesellschaftliche Spannungen nehmen zu, Vertrauen schwindet, demokratische Diskurse verhärten sich. Eine oft unterschätzte Ursache: Einsamkeit. Zum Ehrentag am 23. Mai, der erstmals zum Geburtstag des Grundgesetzes begangen wird, zeigt die Diakonie Hessen, warum freiwilliges Engagement ein Schlüssel für mehr Zusammenhalt und eine stabile Demokratie ist. Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen, sagt: „Ehrenamt öffnet Türen – zu Gemeinschaft, Teilhabe und neuen Beziehungen. Wer sich engagiert, macht etwas Sinnvolles, findet selbst Anschluss, stärkt das Miteinander und wirkt Radikalisierung entgegen.“
Gesellschaftliche Aufgabe mit politischer Dimension
Einsamkeit kann Menschen jeden Alters und sozialer Herkunft treffen – etwa nach einem Umzug, dem Verlust eines Partners oder beim Übergang in den Ruhestand. Hat sich Einsamkeit erstmal festgesetzt, kann sie negative Folgen weit über den einzelnen Menschen hinaus haben. Die Betroffenen ziehen sich zurück, verlieren das Vertrauen in die Politik und populistische oder vereinfachende Weltbilder gewinnen an Attraktivität. Carsten Tag: „Wo soziale Bindungen fehlen, gerät auch unsere Demokratie unter Druck. Einsamkeit ist nicht nur ein persönliches Problem, sondern eine gesellschaftliche Herausforderung.“
Ehrenamt wirkt – für andere und für sich selbst
Studien zeigen: Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, sind deutlich seltener einsam. „Engagement stärkt das Gefühl gebraucht zu werden und etwas bewirken zu können“, erklärt Ursula Stegemann, Referentin für Freiwilliges Engagement bei der Diakonie Hessen. „Wo Menschen sich verbunden fühlen, wächst Verantwortung füreinander.“ Freiwilliges Engagement fördert Dialog, Verständnis und Zusammenhalt. „Wer sich in unsere Gesellschaft ehrenamtlich einbringt, hört zu, setzt sich mit anderen Meinungen auseinander und sucht gemeinsam Lösungen“, erläutert Ursula Stegemann.
„Unsere Gesellschaft ist auf freiwilliges Engagement angewiesen“, ergänzt Carsten Tag. „Ein Ehrenamt – sei es etwa in einer sozialen Einrichtung oder einem Verein – wirkt mehrfach: Es trägt zum eigenen Wohlbefinden und dem der Mitmenschen bei. Dieses Miteinander stärkt unsere Demokratie.“
Niedrigschwellige Angebote schaffen Nähe
Diakonische Einrichtungen in Hessen und Rheinland‑Pfalz bieten konkrete Räume für Begegnung und Möglichkeiten, sich zu engagieren: z. B. Nachbarschaftstreffs, Mittagstische, Spaziergänge, Gesprächsangebote, Mehrgenerationenhäuser oder Projekte in der Bahnhofsmission. Sie sind offen, niedrigschwellig und ohne Stigmatisierung.
Weitere Informationen
Podcast zum Ehrentag
Die Diakonie Hessen hat zum Ehrentag dem Thema Einsamkeit einen Podcast gewidmet. Im Interview spricht Ursula Stegemann über Ursachen von Einsamkeit, ihre gesellschaftlichen Folgen und darüber, wie freiwilliges Engagement Brücken bauen kann.
Diakonie Hessen-Schwerpunkt „Einsamkeit“
Auf der Themenseite der Diakonie Hessen finden Sie Informationen zu den sozialen Faktoren von Einsamkeit, zu diakonischen Angeboten und Publikationen. Lesen Sie hier auch das Interview mit dem Einsamkeitsexperten und Autoren Janosch Schobin.
Über den Ehrentag
Am 23. Mai 2026 findet erstmals der „Ehrentag“ statt – ein bundesweiter Mitmachtag zum Geburtstag des Grundgesetzes. Unter dem Motto „Für dich. Für uns. Für alle.“ sind Menschen eingeladen, sich vor Ort zu engagieren, gemeinsam aktiv zu werden und Begegnungen zu schaffen. Initiiert von Bundespräsident Steinmeier und der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt soll der Tag zeigen: Demokratie lebt vom Mitmachen. Aktionen können von allen organisiert werden – von Vereinen, Kommunen oder Einzelpersonen.
Kontakt
Ursula Stegemann
Referentin Freiwilliges Engagement
ursula.stegemann@diakonie-hessen.de 069 79476228