Pressemitteilung

Mehr Frauen in Führung: Diakonie Hessen zieht positive Bilanz

Projekt „f³ – frauen fördern führung“ zeigt Wirkung – strukturelle Hürden bleiben

 

Mehr Frauen in Führungspositionen: Die Diakonie Hessen hat mit dem Projekt „f³ – frauen fördern führung“ fast fünf Jahre gezielt Frauen auf ihrem Weg in die oberen Führungsebenen unterstützt. In dieser Zeit sind die Angebote wie Cross Mentoring und Weiterbildungen auf große Nachfrage gestoßen. Nun ist das befristete Projekt wie geplant ausgelaufen, ausgewählte Angebote werden in den Regelbetrieb überführt. Die Diakonie Hessen zieht Bilanz: „Gute Führung braucht Vielfalt“, sagt Dr. Harald Clausen, Vorstand der Diakonie Hessen. „Frauen bringen Kompetenz, Erfahrung und neue Perspektiven ein. Darauf können und dürfen wir nicht verzichten. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse aus unserem Projekt: Der Weg zu echter Geschlechtergerechtigkeit in den oberen Führungsebenen in der Diakonie Hessen ist noch weit.“

Frauen sind die Mehrheit – auf der Führungsebene aber unterrepräsentiert
Auf den Weg gebracht wurde das Projekt durch das 2019 neu gegründete Netzwerk aus Vorständinnen in der Diakonie Hessen („FiF – Frauen in Führung in der Diakonie Hessen“). Obwohl drei Viertel der Mitarbeitenden in der Diakonie Hessen Frauen sind, spiegelte sich das Verhältnis nicht in den obersten Führungsebenen wider. Je größer die Verantwortung, desto geringer war der Frauenanteil. Dies haben auch zwei landesweite Erhebungen (2022 und 2024) unter den Einrichtungen und Angeboten der Diakonie Hessen zuletzt bestätigt. Maike Henningsen, Sprecherin des Projektbeirats und als Sprecherin der Geschäftsführung von Mission Leben auch Mitglied des Frauennetzwerks FiF, sagt: „Männer sind es gewohnt, sich gegenseitig zu fördern und ein stützendes Netzwerk aufzubauen. Mit dem Projekt wollten wir dafür sensibilisieren, Frauen zu stärken und bei der Besetzung von Führungspositionen explizit zu berücksichtigen. Dafür braucht es passende Strukturen und eine Offenheit von allen Seiten, geeignete Mitarbeiterinnen so zu fördern, dass sie sich auch eine gehobene Führungsposition zutrauen und einnehmen. Wir wollen Frauen den Weg ebnen und Mut machen.“

Mentoring und Qualifizierung wirken
Kernmaßnahme des Projekts war ein Cross Mentoring-Programm in Kooperation mit den beiden Landeskirchen in Hessen und Nassau sowie Kurhessen-Waldeck. „Erfahrene Führungskräfte aus den obersten Leitungsebenen aus Kirche und Diakonie begleiteten Frauen in sogenannten Tandems institutionsübergreifend und praxisnah auf ihrem Weg in Leitungsfunktionen“, erläutert Julia Maas, Referentin Führungskräfteentwicklung mit Schwerpunkt Frauenförderung und Leiterin des Projekts „f³ – frauen fördern führung“ bei der Diakonie Hessen. In einem aufwändigen Prozess wurden die Tandems aus Mentor*in und Mentee zusammengestellt. Julia Maas: „Die Tandems stießen auf große Nachfrage. Wir konnten 2023 zunächst 23 Tandems zusammenführen, im nächsten Durchlauf 2025 waren es schon 26. Hinzu kamen gezielte Weiterbildungsangebote, Coachings und Fachtage. Sie vermittelten Führungskompetenz und stärkten die sich entwickelnden Netzwerke.“

Bewusstsein wächst – Strukturen bremsen
Trotz der guten Resonanz auf die Maßnahmen, hat die letzte Erhebung 2024 gezeigt: Der Anteil der Frauen in Führungspositionen ist zwar gestiegen, die Führungsstrukturen sind indes noch männlich geprägt. Julia Maas resümiert: „Das Projekt hat das Thema „Frauen in Führung“ sichtbar gemacht und in der Diakonie Hessen und ihren Mitgliedseinrichtungen die Sensibilität gestärkt. Gleichzeitig bleiben strukturelle Hürden bestehen. Dazu zählen fehlende systematische Daten, begrenzte Kapazitäten für Vernetzung und nach wie vor männlich geprägte Führungsstrukturen.“

Gleichstellung bleibt strategische Aufgabe
„Chancengleichheit entsteht nicht von selbst. Sie erfordert klare Ziele und einen langen Atem“, betont Dr. Harald Clausen. „Das Projekt f³ hat wichtige Grundlagen gelegt. Jetzt kommt es darauf an, diese konsequent weiterzuentwickeln.“

Das Projekt „f³ – frauen fördern führung“ hat wichtige Aufbauarbeit geleistet und wurde zum 31. März 2026 beendet. Mentoring-Programme, verschiedene Weiterbildungsangebote und die Vernetzungsarbeit werden innerhalb der Diakonie Hessen weitergeführt. Der Aufsichtsrat und die Mitgliederversammlung der Diakonie Hessen hatten sich 2018 das Ziel gesetzt, bis 2026 einen Mindestanteil von 40 Prozent Frauen und Männern in Gremien, Organen und Leitungsstellen zu erreichen. Bei der letzten Erhebung 2024 waren 37 Prozent der obersten Führungspositionen mit Frauen besetzt, wohingegen 62 Prozent der Mitarbeitenden weiblich waren. Auf der zweiten Führungsebene wurde das Ziel bereits erreicht: 44 Prozent der Stellen waren hier weiblich besetzt.

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