Zusammenhalt stärken. Sozial wählen.
Am 15. März sind Kommunalwahlen in Hessen. Unseren Visionen zeigen, wie wir gemeinsam mit unseren Mitgliedern und weiteren Akteuren die sozialen Herausforderungen unserer Zeit angehen möchten. Nutzen Sie unsere Impulse für die anstehende Kommunalwahl.
09.02.2026
Sozial wählen und Zukunft aktiv mitgestalten
Unsere Visionen für den kommunalen Raum zeigen konkrete Wege auf, wie Städte und Gemeinden solidarischer, gerechter und zukunftsfähiger gestaltet werden können. Sie bündeln zentrale Zukunftsthemen – von Migration und Wohnen über Einsamkeit, Mitbestimmung und Pflege bis hin zur nachhaltigen Nutzung gemeinsamer Räume – und machen sichtbar, wo soziale Ungleichheit wächst und welche Chancen in neuen Formen der Zusammenarbeit liegen. Zugleich zeigen sie, wie Engagement vor Ort den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt und wie kommunale Räume so gestaltet werden können, dass alle Menschen teilhaben – heute und mit Blick auf kommende politische Entscheidungen.
Die Diakonie Hessen ergreift dabei bewusst Partei für soziale Gerechtigkeit und Mitmenschlichkeit – ohne sich parteipolitisch zu binden. Ihr Engagement folgt einer tiefen inneren Verantwortung für eine solidarische Gesellschaft. Seit über 175 Jahren ist sie in den Gemeinden verwurzelt und sozial engagiert und wirkt aktiv auf Politik und Gesellschaft ein, damit Zusammenhalt, Respekt und Teilhabe für alle Menschen Wirklichkeit werden.
Unsere Visionen
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Gesellschaftlicher Zusammenhalt durch soziale Arbeit vor Ort
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Bezahlbares Wohnen und gute Nachbarschaften für alle
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Einsamkeit mit Engagement begegnen
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Mehr Mitbestimmung für gerechte Entscheidungen
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Unsere gemeinsame Verantwortung für gute Pflege – Was kann die Kommune tun?
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Den gemeinsamen Lebensraum sozial nachhaltig gestalten
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Für die Menschen Partei ergreifen – Sozial wählen
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Setzen Sie mit unseren Vorlagen ein Zeichen für eine soziale Wahl
Gesellschaftlicher Zusammenhalt durch soziale Arbeit vor Ort
Wie schaffen wir ein gutes gelebtes Miteinander vor Ort? Gemeinsam aktiv zu sein und dabei alle Gruppen zu hören, ist Teil von gelebter Demokratie. Damit alle Menschen gut zusammenleben können, müssen wir mehr Mitbestimmung ermöglichen – auch für Menschen, die noch nicht lange in unseren Dörfern und Städten leben. Menschen sollen ihre Lebenswirklichkeiten selbst mitgestalten können. Dazu braucht es Räume für Begegnung und mehr Gelegenheiten, miteinander in den Austausch zu kommen. Dafür setzen wir uns als Diakonie ein. Wir brauchen starke Netzwerke des Zusammenhalts. Statt beispielsweise immer nur über Migration zu reden, sollte der Dialog zwischen Zugewanderten und der Aufnahmegesellschaft gefördert werden. Der Ansatz des „Community Organizing“ ist ein Konzept der sozialen Arbeit, das die Diakonie derzeit in einem Projekt in Hessen erprobt. Er stärkt die Selbstwirksamkeit der Menschen vor Ort und trägt dazu bei, dass mehr Verständigung stattfindet. Langfristig wird uns mehr gemeinsame Gestaltung mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt bringen.
Bezahlbares Wohnen und gute Nachbarschaften für alle
Echte Gemeinschaft mit guten Nachbarschaften kann nur entstehen, wenn (Wohn-)Raum gerecht geteilt wird. Die Spaltung der Gesellschaft in Menschen mit sehr hohem und Menschen mit sehr niedrigem oder keinem Einkommen nimmt jedoch weiter zu. Sie schlägt sich auch im Wohnungsmarkt nieder. Prekäre Wohnverhältnisse und verdeckte Obdachlosigkeit sind oftmals nicht offensichtlich. Menschen in Krisensituationen sind am stärksten von einem stark von Vorschriften bestimmten und zunehmend teuren Wohnungsmarkt betroffen. Das verschlimmert ihre Situation und ist zutiefst ungerecht. Wir sollten Wohnräume wieder stärker als Nachbarschaften und Beziehungsräume verstehen! Ganz konkret braucht es eine (Wieder-)Ausrichtung an der Gemeinnützigkeit von Wohnungsbaugesellschaften. Kommunen müssen für ihre Sozialwohnungen verbindliche Belegungsquoten festlegen. Die Sozialbindung muss dauerhaft bestehen. Wir brauchen Wohnungen für kinderreiche Familien, Alleinerziehende, Geflüchtete, Bezieher*innen von Grundsicherung. Wir benötigen einen unkomplizierten Zugang zu bezahlbarem Wohnraum für Suchtkranke, Haftentlassene und Menschen, die im betreuten Wohnen der Jugendhilfe, Behindertenhilfe, Wohnungsnotfallhilfe sind. Um eine Gesellschaft für alle zu sein, brauchen wir mehr lebenswerte Nachbarschaften – auch mit ausreichend gemeinschaftlich nutzbarem Raum.
Einsamkeit mit Engagement begegnen
Einsamkeit ist ein wachsendes Problem, dass immer mehr Menschen jeden Alters betrifft. Sie hat negative gesundheitliche Folgen für einsame Menschen. Sie kann dazu führen, dass Menschen eine extremere politische Haltung vertreten und sich noch weiter vor anderen Menschen zurückziehen. Wir wollen stärker zusammenwachsen und diesen Teufelskreis durchbrechen. Investitionen in soziale Angebote vor Ort sind kein Luxus, sondern Investitionen in die Zukunft und zahlen sich aus. Die Diakonie in Hessen setzt sich deshalb auch für gelebte „Caring Communities“ ein. Diakonische Einrichtungen bieten gezielte Unterstützung, etwa in Familienzentren, Jugendzentren, Beratungsstellen sowie durch vielfältige Freizeitangebote. Freiwilliges Engagement in Besuchsdiensten, Mehrgenerationenhäusern und in weiteren Bereichen tragen zu gesellschaftlichem Zusammenhalt bei. Zehntausende Freiwillige engagieren sich in Hessen in der Diakonie. Die vielfältigen Orte der Begegnung müssen weiter ausgebaut werden, ihre Arbeit muss gestärkt werden. Es braucht optimale Rahmenbedingungen für freiwillig engagierte Menschen und professionelle soziale Arbeit vor Ort.
Beispiele:
Mehr Mitbestimmung für gerechte Entscheidungen
Derzeit sind die jungen Erwachsenen als Zielgruppe und als Thema in der öffentlichen Diskussion kaum wahrnehmbar. Gerade auf kommunaler Ebene betreffen politische Entscheidungen das unmittelbare Lebensumfeld junger Menschen – etwa in der Schulbildung, bei Freizeitangeboten, Klimaschutzmaßnahmen oder im öffentlichen Nahverkehr. Mitbestimmung ist der Schlüssel zur Teilhabe. Und Teilhabe ist ein Zeichen für Zusammenhalt. Die Diakonie Hessen setzt sich für eine Gesellschaft ein, in der alle Menschen unabhängig von Alter, Herkunft oder sozialem Status gleichberechtigt teilhaben können. Die Absenkung des Wahlalters wäre ein Beitrag zur Anerkennung junger Menschen als vollwertige Mitglieder unserer Gesellschaft. Sie ermöglicht Jugendlichen, sich aktiv an den demokratischen Prozessen zu beteiligen. Teilhabe wird Realität, wenn (junge) Menschen aktiv in Entscheidungsprozesse eingebunden werden und mitentscheiden dürfen. Hierfür bedarf es verbindliche, barrierefreie und niedrigschwellige Mitbestimmungsformate – auch für junge Menschen mit Beeinträchtigungen. Ergebnisse aus unseren Projekten für Mitbestimmung in Organisationen, etwa der Eingliederungshilfe, sind wegweisend, auch für die Zusammenarbeit in den Kommunen.
Unsere gemeinsame Verantwortung für gute Pflege – Was kann die Kommune tun?
Pflege geht uns alle an. Wegen des Fachkräftemangels und einer immer älter werdenden Gesellschaft können wir in der Altenhilfe, der Pflege- und Gesundheitsversorgung nicht einfach weitermachen wie bisher. Wir brauchen mehr als nur eine Pflegereform – wir brauchen verbindliche Unterstützungsstrukturen direkt vor Ort! Hier spielt die Kommune eine wichtige Rolle. Bevor aus Krankheit eine soziale Notlage wird, braucht es Ansprache und Begleitung. Kommunen können das Umfeld schaffen, damit sich Menschen gegenseitig unterstützen und füreinander Sorge tragen. Regionale Abstimmung: Wir brauchen regionale Gesundheits- und Pflegekonferenzen, in denen alle Akteure (Pflege, Ärzte, Wohlfahrtsverbände, Politik, Zivilgesellschaft) die tatsächlichen Bedarfe der Bürger*innen abstimmen und koordinieren. Wir brauchen Ansprechpartner*innen vor Ort. Es muss einfacher werden, die richtigen Hilfen zu finden. Die Kommune muss Beratungsangebote und lokale Netzwerke fördern und Bürger*innen besser sichtbar und zugänglich machen. In einem gemeinsamen Projekt mit der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck erprobt die Diakonie, wie örtliche Sorgestrukturen neu gedacht werden können. Eine gute Pflege der Zukunft kann nur gelingen, wenn wir Verantwortung teilen, Strukturen verändern und gemeinsam Sorge tragen.
Den gemeinsamen Lebensraum sozial nachhaltig gestalten
Gemeinschaft braucht konkrete Orte. Gerade in ländlichen Regionen, in denen die soziale Daseinsvorsorge oft begrenzt ist, sind die Mobiltätsmöglichkeiten vor Ort entscheidend. Armut und Einsamkeit nehmen auch hier zu. Deshalb brauchen wir neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Kommune, Kirche und Diakonie. Ausgangspunkt ist das, was an Infrastrukturen fehlt und was die Menschen benötigen, um teilhaben zu können. Wir sehen in einer gemeinsamen kommunalen Gebäudestrategie eine große Chance: Wenn Kommune, Kirche und Diakonie ihren Besitz an Gebäuden gemeinsam denken und zur Verfügung stellen, entstehen Räume, die den Menschen dienen – am besten generationenübergreifend, inklusiv und nachhaltig. Projekte wie die Umnutzung eines ehemaligen Gemeindehauses zum Nachbarschaftszentrum oder die gemeinsame Nutzung von Beratungsräumen durch Kommune und Diakonie zeigen, wie solche Kooperationen gelingen können.
Beispiele:
Für die Menschen Partei ergreifen – Sozial wählen
Sozial wählen heißt, bei politischen Wahlen diejenigen Positionen zu unterstützen, die Zusammenhalt, Menschlichkeit und Respekt fördern. Werte wie Zusammenhalt und Gerechtigkeit sind wählbar. Wir können uns aktiv dafür entscheiden, indem wir unser Kreuz bei Kandidat*innen und Parteien machen, die alle Menschen im Blick haben.
Wer sozial wählt, investiert in Bildung, Teilhabe und Chancengleichheit – Grundlagen dafür, dass alle ihre Talente einbringen und die Gesellschaft insgesamt vorankommt. Soziale Ungleichheit verhindert Fortschritt, denn wenn viele zurückgelassen werden, verliert die Gemeinschaft Potenzial. Verlässliche soziale Unterstützung bringt Wachstum. Alle Menschen sollen an der Wirtschaft und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Wenn wir sozial wählen, gewinnen wir alle!
Setzen Sie mit unseren Vorlagen ein Zeichen für eine soziale Wahl
Für alle Interessierten stellen wir Vorlagen zum Ausdrucken (DIN A4 und A3) sowie für Ihre Social Media-Kanäle zur Verfügung. Ganz einfach per E‑Mail anfordern unter: komid@diakonie-hessen.de