Mehr Zusammenhalt, soziale Teilhabe und gerechte Lebensbedingungen in Hessen
Diakonie Hessen stellt Visionen für den kommunalen Raum vor
02.03.2026
In knapp 14 Tagen sind Kommunalwahlen in Hessen: Mit sechs zentralen Visionen für die Zukunft des kommunalen Raums in Hessen ermutigt die Diakonie Hessen dazu, an der Wahlurne menschlich-soziale Aspekte in den Vordergrund zu rücken und diese mit der eigenen Stimme zu stärken – für gesellschaftlichen Zusammenhalt, Teilhabe und soziale Gerechtigkeit vor Ort.
In seinen Visionen zeigt der Wohlfahrtsverband, was zum gesellschaftlichen Zusammenleben beiträgt, und lenkt den Blick auf gesellschaftliche Kernthemen wie bezahlbaren Wohnraum, Einsamkeit, Pflege, Jugendbeteiligung oder nachhaltige Gebäudenutzung.
„Mit unseren diakonischen Angeboten und Einrichtungen sind wir in vielen Nachbarschaften vertreten und tragen tagtäglich zu einem menschlichen Miteinander bei“, betont Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen. „In einer Zeit, die von Umbrüchen geprägt ist und in der sich viele machtlos fühlen, können wir uns doch entscheiden, wie wir künftig zusammenleben wollen. Wir sprechen uns für eine Gesellschaft aus, in der alle Menschen in Würde leben, sich gegenseitig stärken und zusammenhalten. Mit unserem Engagement gehen wir schon vielerorts neue Wege und bauen hierfür auf enge Netzwerke zwischen Kommune, Diakonie und Kirche. Doch schließlich kommt es auch auf jede*n Einzelne*n an.“
Die Diakonie Hessen stellt in ihren Visionen die Werte Zusammenhalt und Gerechtigkeit in den Vordergrund. Der Landesverband unterstützt den Ansatz, dass die Kommunen für alle Menschen da sein sollten - egal, ob mit oder ohne Migrationshintergrund, ob alt oder jung, reich oder arm. Wähler*innen, die Menschen in den Mittelpunkt ihrer Entscheidungen stellen und entsprechend wählen, stärken Menschlichkeit, Respekt und echte Chancengerechtigkeit – und damit die Zukunft aller.
Die Visionen im Überblick
- Vision 1: Gesellschaftlicher Zusammenhalt durch soziale Arbeit vor Ort – Gesellschaftlicher Zusammenhalt entsteht in lokalen Netzwerken und dafür braucht es Räume für Begegnung und Beteiligung. Menschen sollten ihre eigenen Lebensrealitäten vor Ort selbst mitgestalten dürfen.
- Vision 2: Bezahlbares Wohnen und gute Nachbarschaften für alle – (Wohn-)Raum soll gerecht verteilt sein, denn wie und wo man wohnt, entscheidet über Teilhabe oder gesellschaftlichen Ausschluss. Möglich wird dies z. B. durch gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaften, dauerhaft gebundene Sozialwohnungen und verbindliche Belegungsquoten.
- Vision 3: Einsamkeit mit Engagement begegnen – Begegnungsmöglichkeiten können gegen Einsamkeit helfen. Diese gilt es vielerorts auszubauen und auch das soziale Engagement zu fördern. Investitionen in soziale Angebote sind Investitionen in die Zukunft.
- Vision 4: Mehr Mitbestimmung für gerechte Entscheidungen – Mehr junge Erwachsene mit und ohne Beeinträchtigungen sollen die Möglichkeit haben, sich auch, aber nicht nur, auf politischer Ebene einzubringen – barrierefrei, niedrigschwellig und verbindlich. Möglich wäre z. B. eine Absenkung des Wahlalters in den Kommunen auf 16 Jahre.
- Vision 5: Unsere gemeinsame Verantwortung für gute Pflege – Was kann die Kommune tun? – Mit lokalen Ansprechpersonen, Beratungsangeboten, Netzwerken oder regionalen Pflegekonferenzen, in denen sich beteiligte Akteure abstimmen und koordinieren, können Kommunen den Rahmen schaffen, damit Menschen füreinander sorgen und Unterstützung frühzeitig ankommt.
- Vision 6: Den gemeinsamen Lebensraum sozial nachhaltig gestalten – Gemeinschaft braucht Orte. Unsere Gebäude müssen den Menschen dienen. Wenn Kirche, Diakonie und Kommune eine gemeinsame Gebäudestrategie entwickeln, können mehr lebendige, generationenübergreifende und inklusive Orte der Begegnung geschaffen werden.
Weitere Informationen
Die vollständigen Visionen und weitere Hintergrundinformationen gibt es auf der Themenseite zur Kommunalwahl 2026.
Informationen zu den sozialen Faktoren von Einsamkeit, zu diakonischen Angeboten und Publikationen gibt es auf der Themenseite "Einsamkeit"