Mehr Frauen in Führung: Diakonie Hessen zieht positive Bilanz
Mit dem Projekt „f³ – frauen fördern führung“ hat die Diakonie Hessen fast fünf Jahre lang gezielt gefördert. Erfolgreiche Angebote werden nun in den Regelbetrieb aufgenommen.
Wie können wir attraktiv für Frauen bleiben?
Frauen stellen die Mehrheit der Beschäftigten in der Diakonie Hessen, sind in den obersten Führungsebenen jedoch noch immer unterrepräsentiert. Das Netzwerk „FiF - Frauen in Führung in der Diakonie Hessen“ initiierte deshalb 2019 das Projekt „f3“. Erhebungen aus den Jahren 2022 und 2024 bestätigten: Je höher die Führungsverantwortung, desto geringer der Frauenanteil.
Das Projekt „f3“ unterstützte Frauen gezielt auf ihrem Karriereweg. Ziel war es, passende Strukturen zu schaffen, Netzwerke zu stärken und Mitarbeiterinnen zu ermutigen, Führungsverantwortung zu übernehmen. Frauen sollen darin bestärkt werden, ihre Potenziale zu entfalten und
Leitungspositionen selbstbewusst anzustreben.
Ein zentrales Element des Projekts war das Cross Mentoring-Programm in Kooperation mit den hessischen Landeskirchen. Erfahrene Führungskräfte aus Kirche und Diakonie begleiteten Frauen institutionsübergreifend und praxisnah auf ihrem Weg in Leitungsfunktionen. So entstanden wertvolle Tandems, die Orientierung, Wissen und neue Perspektiven vermittelten.
Über 49 Mentoring-Tandems wurden insgesamt begleitet. Weiterbildungen, Coachings und Fachtage vermittelten Führungskompetenzen und stärkten die Vernetzung der Teilnehmerinnen.
Das Projekt „f3 - frauen fördern führung“ hat wichtige Grundlagen für mehr Frauen in Führung geschaffen. Um diesen Weg konsequent weiterzugehen, werden erfolgreiche Angebote wie Mentoring, Weiterbildung und Vernetzung innerhalb der Diakonie Hessen dauerhaft fortgeführt.
Mitte 2026 wurde das Projekt beendet und erfolgreiche Angebote in den Regelbetrieb übernommen.
O-Töne aus der Diakonie und von ihren Mitgliedern
Liane Sieger, Geschäftsführerin Gesellschaft für diakonische Einrichtungen in Hessen und Nassau und Mentorin im Cross-Mentoring-Programm der Diakonie Hessen sagt über das Programm:
„Für mich war die Teilnahme als Mentorin am Mentoring-Programm im Rahmen von „f3 – frauen fördern führung“ eine ausgesprochen schöne Erfahrung. Besonders beeindruckt hat mich die Atmosphäre: Es trafen hier viele kompetente Frauen aus ganz unterschiedlichen Bereichen von Diakonie und Kirche aufeinander. Ob Mentee oder Mentorin, alle Frauen sind sich auf Augenhöhe begegnet – geprägt von einem gemeinsamen Spirit und großer Offenheit füreinander.
Der Austausch mit meiner Mentee war geprägt von Vertrauen und gegenseitigem Lernen. Ich konnte meine gesammelten Erfahrungen in vielen kleinen Dosen weitergeben. Ich habe versucht, Impulse zu setzen, Situationen gemeinsam zu durchdenken und die Sicherheit im eigenen Handeln zu stärken. Zusammen haben wir viel über die neue Rolle meiner Mentee und die damit einhergehenden Veränderungen in z. B. Verantwortung und Wahrnehmung des Umfelds gesprochen.
Das Mentoring war für mich auch eine Gelegenheit, Erfahrungen zu reflektieren und meinen eigenen Karriereweg noch einmal bewusst in den Blick zu nehmen. Inspiriert haben mich vor allem Frauen in Führungspositionen, die mir als Vorbilder dienten und von denen ich mir vieles abschauen konnte. Umso mehr freut es mich, dass ich im Rahmen des Programms nun selbst andere begleiten und stärken konnte.
Die gemeinsamen Austauschrunden mit den anderen Frauen und die interessanten Beiträge von externen Expertinnen haben mich bereichert. Ich konnte Teil eines wertvollen Netzwerks sein und neue Kontakte knüpfen.
Mentoring bedeutet für mich kein einseitiges Weitergeben von Wissen, sondern ist vor allem ein intensiver Dialog: gemeinsam reflektieren, Erfahrungen teilen und neue Perspektiven entwickeln.“
Liane Sieger (55 Jahre) leitet seit vier Jahren in einem Führungsduo mit Petra Hitzel die Gesellschaft für diakonische Einrichtungen in Hessen und Nassau (GFDE) – einem diakonischen Träger von 12 stationären Pflegeeinrichtungen, 12 ambulanten Diakoniestationen, 3 Tagespflegen und einem ambulanten Hospizdienst. Die ausgebildete Kinderkrankenschwester verfügt nach einem Studium der Pflege über nahezu 30 Jahre Führungserfahrung bei gemeinnützigen sowie privaten Trägern im Gesundheitswesen.
Cross-Mentoring für Frauen 2027
Das nächste Cross-Mentoring Programm für Frauen startet im Januar 2027. Mit vier Präsenzterminen läuft es bis Dezember 2027. Interessierte Frauen, die ihren eigenen Berufsweg reflektieren und voranbringen möchten, können sich bis zum 30. September bewerben!
Alle wichtigen Informationen dazu finden Sie im beigefügten Flyer.
Geschlechterverteilung in der Diakonie Hessen
Im Januar 2022 fand im Rahmen des Projekt eine Erhebung unter den Mitgliedern der Diakonie Hessen statt. Mit ihr sollte der Anteil von Frauen und Männern in den obersten Führungsebenen der Diakonie Hessen ermittelt werden. Ausgangspunkt ist die Frage, wie weiblich die oberste Führungsebene ist. Durchgeführt wurde die Erhebung mit dem Institut für Zukunftsfragen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft Beratung (IZGS Beratung GmbH).
Eine zweite Erhebung folgte im Jahr 2024. Zu früh, um schon Entwicklungen aufzuzeigen, aber gut, um den Gesamteindruck zu vervollständigen. Die Rücklaufquote lag bei 31 Prozent, bemessen an allen angeschriebenen Mitgliedern der Diakonie Hessen. Diese Quote ist aus empirischer Sicht ausreichend, um Rückschlüsse zu ziehen und belastbare Aussagen zu treffen.